Immer wieder treiben auch in der Wilstermarsch dunkle Gestalten ihr Unwesen. Bislang ist die Zahl der Einbrüche gegenüber den Vorjahren allerdings rückläufig .Foto: DPA/Silas Stein

 Immer wieder treiben auch in der Wilstermarsch dunkle Gestalten ihr Unwesen. Bislang ist die Zahl der Einbrüche gegenüber den Vorjahren allerdings rückläufig .Foto: DPA/Silas Stein

Polizei in der Wilstermarsch : Lieber einmal mehr 110 wählen

Die dunkle Jahreszeit lockt ungebetene Besucher auch in die Wilstermarsch. Die Polizei hofft auf Hinweise von Anwohnern.

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30. Oktober 2018, 11:00 Uhr

Ein Werktag morgens um 9 auf einer der vielen eher abgelegenen Gemeindestraßen in der Wilstermarsch. Der weiße Transporter mit zwei Fahrzeuginsassen erregt die Aufmerksamkeit eines Anwohners. Ein Paketdienst ist es augenscheinlich nicht. Stutzig macht auch das Autokennzeichen, das auf einen bulgarischen Halter hinweist. Weil der Beifahrer  sich  dann auch noch erkundigt, ob man alte Autoreifen loswerden wolle, ist das Misstrauen komplett. In einem solchen Fall rät Frank Peters, Dienststellenleiter der Polizei in Wilster, nur eines: „Sofort die 110 anrufen.“ Und fügt gleich noch hinzu: „Lieber einmal mehr, als einmal zu wenig.“

Frank Peters leitet die Dienststelle der Polizei in Wilster. Foto: Mehmel
Mehmel

Frank Peters leitet die Dienststelle der Polizei in Wilster. Foto: Mehmel

 

Tatsächlich lockt die dunkle Jahreszeit auch in diesem Jahr wieder Langfinger an. So  verschwanden in den vergangenen Wochen zum Teil sogar am helllichten Tag in offenen Garagen abgestellte Rasenmähertraktoren oder wertvolle Werkzeuge aus allzu frei zugänglichen Schuppen.

Gefühlt haben Einbrecher und Diebe derzeit wieder Hochkonjunktur. Dabei, so beruhigt Peters ein wenig, seien die Zahlen bislang sogar eher ein bisschen rückläufig. Allerdings gehe die Saison auch jetzt erst so richtig los. Tatsächlich  geben die Zahlen aus den vergangenen Jahren Anlass genug, auf sein Hab und Gut gerade  jetzt besonders aufzupassen.

Nach Beobachtung von Peters und seinen Kollegen ist aber  wirksamer Schutz vor Einbrechern fast schon die halbe Miete. So scheitere fast jeder zweite Versuch entweder an geeigneten Sicherheitsvorkehrungen oder an aufmerksamen Nachbarn. Wie  schnell auch kleinste Nachlässigkeiten zur Einladung ungebetener Gäste werden können, macht der Hauptkommissar an einem einfachen Beispiel deutlich. So bräuchten geübte Einbrecher keine 30 Sekunden, um durch ein auf Kipp stehendes Fenster einzusteigen. „Je länger er arbeiten muss, umso schneller bricht er ab“, weiß Peters. Vor allem  dann, wenn auch noch die Aufmerksamkeit von Nachbarn geweckt wird.

Heruntergelassene Rollläden deuten auf ein verwaistes Haus hin. Foto: Florian Schuh/dap-tmn
Florian Schuh/dap-tmn

Heruntergelassene Rollläden deuten auf ein verwaistes Haus hin. Foto: Florian Schuh/dap-tmn

 

In jedem Fall sollten alle Tore und Türen verschlossen gehalten werden. „Eine herumliegende Motorsense ist wie eine Einladung.“ Hinzu kommt: Sind die Gegenstände nicht unter Verschluss, zahle auch die Versicherung nicht. Wichtig sei zudem, so Peters weiter, dass Eigentümer sich Seriennummern von Werkzeugen und Geräten notieren. Nur dann könnten Diebe überführt werden, wenn sie mit ihrer Beute bereits in Richtung Landesgrenze unterwegs sind. „Je schneller die Daten bei uns im System sind, umso besser.“ Das wäre vielleicht bei den Straftaten der vergangenen Jahre eine Hilfe gewesen. Allein in der Wilstermarsch schlugen im Jahr 2016 dunkle Gestalten  unter der Rubrik Einbruchdiebstahl und schwere Diebstahl 44 Mal zu. In zwölf Fällen blieb es allerdings bei Versuchen. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei in Wilster 46 Taten dieser Art, wobei es zehnmal beim Versuch blieb. In einigen Fällen wurden dabei allerdings auch leerstehende Häuser heimgesucht.

 Frank Peters weist daraufhin, dass Einbrüche in dauerhaft genutzte Wohnräume mittlerweile ein Verbrechenstatbestand sind, also härter bestraft werden. Umso mehr freut sich der örtliche Polizeichef, dass die Zahl der Hinweise aus der Bevölkerung deutlich zugenommen habe. Zur Aufklärungsquote meinte er: „Wir werden immer wieder welche erwischen.“ Am besten natürlich in flagranti. Entsprechend betont Peters noch einmal die Bedeutung des polizeilichen Notrufs, den man bei Beobachtungen allerdings erst wählen sollte, bevor man selbst aus dem Haus geht und nachschaut.

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