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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 22:25 Uhr

Liebe, Kunst und Austernfischer

vom

Tania Schlie hat unter ihrem Pseudonym Greta Hansen einen neuen Roman geschrieben

Glückstadt | Deauville - ein Seebad in der Normandie. Ein beliebtes Motiv der Impressionisten, den Malern, die aus Paris anreisten und dort lebten. Deauville ist auch ein Ort, an dem die berühmte Modeschöpferin Coco Chanel ein Geschäft führte. Und ein Ort, der auch die Glückstädter Schriftstellerin Tania Schlie (51) inspirierte. Ihr neuer Roman "Eine Liebe in der Normandie" ist jetzt unter ihrem Pseudonym Greta Hansen im Piper-Verlag erschienen. Und ist schon jetzt ein großer Erfolg. Das schönste Kompliment einiger Leserinnen: "Ein wundervolles Buch, das fesselt. Ich musste es in einem Zug durchlesen."

Ihre Romanheldin ist die schöne, junge Mathilde, die 1919 als Tochter eines Austernfischers in dem kleinen Dorf Bonneville an der Steilküste lebt. "Der Ort heißt in Wirklichkeit anders", sagt Tania Schlie. "Aber es gibt ihn." Die Autorin war vor Ort, um für ihren Roman zu recherchieren. "Das Wasser kommt schnell, die Küste ist gefährlich", beschreibt sie die Natur, die hart war für diejenigen, die dort lebten. Und in ihren Farbfacetten reizvoll für die Maler.

Der Liebesroman spielt im Sommer nach dem Ersten Weltkrieg. Der Alltag der Austernfischer und ihrer Familien ist hart und entbehrungsreich. Die Männer gehen bei widrigen Wetterverhältnissen fischen, die Frauen sortieren die Ware und übernehmen den Handel. Eine besondere Eigenheit ist Tania Schlie aufgefallen: "Jedes Dorf hatte seinen eigenen Schiffstyp. Es waren abgeschlossene Gesellschaften. Die Menschen müssen mutig gewesen sein, das hat mich gereizt." In dem konservativen, katholischen Milieu wächst die 18-jährige Mathilde auf.

Die Einzigartigkeit der Landschaft ist es zur verdanken, dass das junge Mädchen im Sommer 1919 den Maler Roger trifft. Er will in dem Dorf der Normandie seine Malkunst vervollkommnen. Sie rettet ihm das Leben, sie verlieben sich. Der Pariser eröffnet ihr ganz neue Welten. Er überwindet seine Schaffenskrise durch sie und malt sein bestes Bild: "Mathilde mit Rosen".

Tania Schlie hat umfangreiche Kenntnisse über Maler und Malerei. "Die Geschichte der Malerei ist mein Steckenpferd." So weiß sie auch von der Malerkolonie der Impressionisten, die es im Nachbarort Deauville gab. Sie schreibt auch einem Künstler, der im Roman ein Freund von Roger ist. Inspiriert wurde sie beim Anlegen dieser Romanfigur von dem weltberühmten Maler Edouard Manet. Sie beschreibt im Roman, wie sich Roger dort mit seinen Kollegen trifft. Doch im Herbst muss der Frischverliebte nach Paris zurück. Er hat kein Geld mehr, er muss in der französischen Hauptstadt seine neuen Bilder ausstellen. "Die Galerie hat es gegeben, auch die Ausstellung und die Bilder", sagt Tania Schlie.

Was die Romanheldin Mathilde nicht ahnt: In Paris wartet eine andere junge Frau auf Roger. Sie versucht durch eine Intrige, das junge Glück zwischen Mathilde und Roger zu zerstören.

Die umfangreichen Recherchen über das Leben damals bieten eine gelungene Kulisse für den Roman. Es sind nicht nur bekannte Details, wie das Wirken von Coco Chanel. Es sind auch die kleinen Dinge, mit denen die einfachen Menschen zu kämpfen hatten.

Die Leserinnen erleben mit, wie aus der jungen Mathilde eine Frau heranreift, die sich zunächst den Konventionen der damaligen Gesellschaft beugt. Sie bricht aus und lernt, sich in einem selbstbestimmten Leben zu behaupten. Auch Dank einiger neuer Freunde, die ihr eine neue Welt eröffnen.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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