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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 14:13 Uhr

Lichtblick für Brunsbüttels Bildung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach acht Jahren Vorlauf fiel gestern der erste Spatenstich für die neue Gemeinschaftsschule/ 14-Millionen-Projekt Anfang 2018 fertig

von
erstellt am 17.Okt.2015 | 08:38 Uhr

Endlich geht es los: Mit vielen bunten Luftballons in den Händen verfolgten die Brunsbütteler Gemeinschaftsschüler gestern Vormittag den Startschuss für ein Projekt, das auf dem Weg zu Realisierung mehrfach auf der Kippe stand und letztlich erst durch ein Bürgervotum zu Jahresbeginn zustande kam: den 14 Millionen Euro teuren Neubau der Gemeinschaftsschule. Die entsteht jetzt in den kommenden zwei Jahren unmittelbar neben dem Gymnasium. Dadurch wird der Begriff des Bildungszentrums wieder mehr mit Leben gefüllt. Denn nach Abzug der Hauptschule blieben dort nur Gymnasium und Stadtbücherei. Die Hauptschule ging in der heutigen Gemeinschaftschule an der Bojestraße auf – einem teilweise unter Denkmalschutz stehenden Gebäude vom Anfang des vorigen Jahrhunderts.

Acht Jahre habe der Vorlauf für den Neubau gedauert, erinnerte Schulleiter Hans-Peter Stein und konnte sich einen Seitenhieb auf zögerliche Entscheidungswege nicht verkneifen: „An der Bojestraße fiel der Beschluss für einen Schulbau 1912. Ein Jahr später war sie fertig.“

Bürgermeister Stefan Mohrdieck verglich die Entscheidungsphase mit einer Achterbahnfahrt. Er äußerte sich froh, dass die Planer des Lübecker Büros Petersen, Pörksen Partner so viel Geduld aufgebracht und ihre Entwürfe immer wieder der Stimmungslage in der Stadtpolitik angepasst hätten. Am Ende entsteht nun eine zweieinhalbzügige Gemeinschaftsschule, ausgelegt für zeitgemäße pädagogische Konzepte. Im Zentrum steht ein Bereich aus Aula und Mensa, auf der einen Seite schließen sich Verwaltung und Fachräume an, auf der anderen Seite so genannte Klassenhäuser.

Nach dem gestrigen ersten Spatenstich wird in der kommenden Woche das Gelände neben dem Gymnasium für den Bau vorbereitet. Das Gebäude mit einer Gesamtfläche von 6300 Quadratmetern wird auf 166 Betonpfählen ruhen. Zu Beginn kommenden Jahres beginnen die Arbeiten am Rohbau, Anfang 2018 soll die fertige Schule übergeben werden.

„Das ist die größte und wichtigste Baustelle der Stadt Brunsbüttel“, betonte Mohrdieck. Die neue Schule sei unverzichtbar für den Bildungsstandort. Gegenüber unserer Zeitung sagte auch Bürgervorsteherin Karin Süfke (SPD): „Ich bin total glücklich über den ersten Spatenstich.“ Brunsbüttel konkurriere als Bildungsstandort mit Schulen im Umland. Daher sei es ein Lichtblick, dass die Stadt in die Bildung ihrer Kinder investiere. „Das stärkt uns.“ Ein zufriedenes Gesicht auch bei Elternbeiratsvorsitzendem Kai Danielmeyer. „Das ist das, was wir haben wollten.“ Er gibt zu, dass der Kampf um den Neubau phasenweise sehr anstrengend gewesen sei.

Stärke war auch auf dem Weg durch die vielen Diskussionen in der Ratsversammlung und ihren Gremien nötig. Die Investition, für die finanziell gebeutelte Schleusenstadt ein Kraftakt, zu dem es derzeit lediglich 385  000 Euro Zuschuss für den Ganztag gibt, drohte die Politik zu spalten. FDP und CDU warnten vor den jahrelangen Belastungen als Folge des Neubaus. Ein bisschen Nachwirkung war auch gestern spürbar: Während die FDP-Vertreter fehlten, kamen sogar ehemalige Ratspolitiker der inzwischen aufgelösten WIR zum ersten Spatenstich. Und CDU-Ratsherr und Bauausschussvorsitzender Michael Kunkowski griff sogar zum Spaten. Dass es nicht um eine Konkurrenzsituation gehe, betonte Hans-Walter Thee. „Das Gymnasium wird dadurch gewinnen“, erklärte dessen Leiter. Thee schob nach, dass ihm der zu erwartende Baulärm nichts ausmachen werde. „Ich freue mich darüber.“ Dies nicht ohne Eigennutz, denn im Frühjahr soll es auch im Gymnasium laut werden: Dann entsteht dort ein neuer naturwissenschaftlicher Trakt.

Die derzeit 390 Gemeinschaftsschüler konnten nach dem offiziellen Teil gestern fröhlich den Weg zurück an die Bojestraße antreten. Obwohl sie dort noch über zwei Jahre in einem überalterten Gebäude und teilweise auch Klassencontainern ausharren müssen. Ihre Begeisterung zeigten sie, indem sie die vielen bunten Luftballons in den Himmel überm Bildungszentrum aufsteigen ließen.

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