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Schule in der Wilstermarsch : Leuchten – Laptop – Lagerraum

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einmal im Jahr besucht der Bauausschuss des Schulverbands die vier Bildungseinrichtungen in der Wilstermarsch – dabei wird geguckt, was am dringlichsten getan werden muss.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Die Grundschüler kennen sich aus: „Der Bürgermeister ist ja auch dabei“, kommentierte die Klasse vielmundig das plötzliche Auftauchen ungewohnter Erwachsener mitten im Unterricht. Die Mitglieder des Bauausschusses der Schulverbandsversammlung machten auf ihrer jährliche Rundreise durch die Bildungseinrichtungen in der Wilstermarsch Station in der Wolfgang-Ratke-Schule. Erstmals führte die neue Rektorin Yvonne Wilhelm durch die Räume. Begutachtet wurde, was in den vergangenen zwölf Monaten abgearbeitet wurde und wo jetzt noch Handlungsbedarf besteht.

„Die neue LED-Beleuchtung in vier Klassenräumen kommt gut an“, berichtete die Schulleiterin. In einem anderen Klassenraum riecht es allerdings so muffig, dass vor der ersten Schulstunden immer erst kräftig gelüftet werden muss. „Hier würde ein neuer Anstrich gut tun“, so Wilhelm. „Wir spendieren gerne einen Eimer Farbe“, gab sich Wewelsfleths Bürgermeister Delf Bolten ländlich-pragmatisch.

Zufrieden waren Ausschuss, Schulleitung und auch Hausmeister Oliver Haack mit den Maßnahmen in der kleinen Sporthalle. Dort wurden alle Stolperfallen im Boden beseitigt, die Oberlichter lassen sich dank elektrischer Antriebe endlich auch einmal öffnen.

Die Wunschliste für das neue Haushaltsjahr fällt durchaus bescheiden aus: 3000 Euro für eine Renovierung des Büros der Schulleitung, 5000 Euro für das Auffrischen von zwei Klassenzimmern, 3000 Euro für die Sanierung eines Treppengeländers. Weitere 8000 Euro müssen in ein Dachfenster gesteckt werden, weil der Tüv mangelnden Rauchabzug kritisiert. „Da drohen uns schon Bußgelder“, so Matthias Carstens vom Hochbauamt der Amtsverwaltung. Er drängte auf schnelle Umsetzung noch in diesen Herbstferien. Hinzu kommt noch der Einbau einer Überwachungskamera im Eingangsbereich. Bürgermeister Walter Schulz wies in diesem Zusammenhang auf ein ausstehendes Gesamtkonzept für die Überwachung des gesamten Schulzentrums inklusive angrenzender Sportstätten an. Damit will man zunehmenden Vandalismus, Schmierereien an Wänden und Türen und vermehrten Fahrraddiebstählen einen Riegel vorschieben. Unterm Strich stehen für die Wolfgang-Ratke-Schule knapp 190  000 Euro auf der neuen Investitionsliste. Den Löwenanteil macht mit 155  000 Euro die Planung für einen möglichen Neubau aus. „Hier vielleicht ein neuer Anstrich, da ein paar Löcher zugipsen reicht. Schließlich ist die neue Schule nicht sofort da“, betonte Yvonne Wilhelm. Sie wolle in der Übergangszeit gute Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler haben. Vielleicht wäre ja auch noch die betagte Klingelanlage drin. „Die wird noch per Hand gesteuert, und wir müssen immer erst die Bedienungsanleitung lesen. Bei einem Alarm wäre das blöd.“

Gleich nebenan war die Gemeinschaftsschule die nächste Station für die Mitglieder der kommunalen Selbstverwaltung. Dort berichtete Matthias Carstens, dass ein insgesamt fast 160  000 Euro teurer Wasserschaden auch dank einer sehr kulanten Versicherung abgearbeitet sei. Auch bei den meist anfälligen Flachdächern habe man jetzt wohl „die nächsten 20 bis 25 Jahre Ruhe“. Abgehakt seien auch ein größerer Datenschrank, ein Tausch von Brandmeldern, eine „Menge LED-Beleuchtung“ und die Ausstattung eines Klassenraumes mit „akustischen Bedingungen vom Feinsten“.

Schulleiterin Marlis Krumm-Voeltz blickte allerdings auch schon in die Zukunft und meldete den dringenden Bedarf von Smartboards für weitere Klassen- und Fachräume an. Am Ende sollte jeder zweite Raum mit dem digitalen Hilfsmittel für eine zeitgemäße Unterrichtsgestaltung ausgestattet sein. „Da es so aussieht, als würde es in der Gemeinschaftsschule bald auf eine Zweizügigkeit hinauslaufen, wären wir dann gut aufgestellt“, so die Rektorin. Schulverbandsvorsteher Walter Schulz hielt die Zeit für die Anschaffung weiterer elektronischer Tafeln noch in diesem Jahr allerdings für zu knapp bemessen. Sein Vorschlag: In 2018 vielleicht zwölf Tafeln auf einmal bestellen, was dann vielleicht auch preiswerter wäre.

Am Ende müssen ohnehin noch Schulverbandsvorstand und schließlich die Versammlung über die Wunschlisten der Schulen entscheiden. Die entsprechenden Sitzungen dafür finden erst im November statt. Dann wird auch der Plan für eine neue Schulhofgestaltung wohl weiterhin nur als Gedächtnisposten vertreten sein.

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