Kirche : Letzte Ruhe im Kolumbarium

Die kleinehistorische Kapelle auf dem reformierten Friedhof soll zukünftig in ein Kolumbarium umgewandelt werden.
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Die kleinehistorische Kapelle auf dem reformierten Friedhof soll zukünftig in ein Kolumbarium umgewandelt werden.

Kirche will historische Friedhofskapelle auf dem reformierten Friedhof an der Itzehoer Straße als Urnengrab nutzen

shz.de von
16. November 2014, 08:00 Uhr

Es ist ein ganz besonderes Projekt, welches die Glückstädter evangelische Kirchengemeinde zurzeit plant: Auf dem reformierten Friedhof an der Itzehoer Straße soll in der kleinen, historischen Friedhofskapelle – vermutlich früher auch Totenhaus genannt –ein Kolumbarium entstehen.

Ein Kolumbarium ist eine wertvoll und aufwändig gestaltete Wand mit zahlreichen Nischen. In diesen Nischen ruhen die Urnen Verstorbener. Versiegelt werden die Öffnungen durch Tafeln, auf denen Namen und Daten zu lesen sein können. Eine Ruhebank in der Mitte des kleinen Gebäudes könnte einen Ort zum Innehalten, zum Gedenken oder auch der Zwiesprache bieten. In mediterranen Ländern ist diese Art der Totenbestattung schon seit Jahrhunderten üblich. Kolumbarien gibt es dort nicht nur unter Dach, sondern auch unter freiem Himmel.

Doch soweit ist die Kirchengemeinde in Glückstadt noch lange nicht. Angelika Strecker von der Friedhofsverwaltung und Pastor Stefan Egenberger erläutern vorläufige Pläne. „Ein Abriss des Gebäudes kommt auf gar keinen Fall in Frage. Schließlich handelt es sich um ein Denkmal, das in etlichen Überlieferungen Erwähnung findet“, sagte Angelika Strecker.

Um allerdings den erforderlichen finanziellen Rahmen für eine Restaurierung decken zu können, muss der Backsteinbau einen kirchlichen Verwendungszweck erhalten. Dann würden voraussichtlich auch die Nordelbische Kirche und das Landesdenkmalamt in Kiel dieses Projekt unterstützen. „Die Kieler haben signalisiert, dass dort dieser Plan positiv gesehen wird. Wir sollen jetzt dafür Denkanstöße liefern“, erläutert Stefan Egenberger. Deshalb kann zum jetzigen Zeitpunkt weder über den Kostenrahmen der Restaurierung noch über spätere Kosten der Urnen-Platzierung Auskunft erteilt werden. „Wir werden uns selbstverständlich auch Gedanken über eine spätere Türsicherung machen“, sagt Angelika Strecker.

Das historische Gebäude datiert aus dem Jahre 1692. Zeugnis darüber legt ein immer noch sehr gut zu erkennendes plastisches Doppelwappen ab. Das Wappen bezieht sich symbolisch auf Leben und Tod. Über dem Wappen befindet sich eine reich gewandete Engelsfigur mit der Krone des Lebens.

Die ersten Planungen für eine Restaurierung liegen mittlerweile auf dem Tisch. Darüber muss nun der Kirchengemeinderat diskutieren und letztendlich auch entscheiden. Zu welchem Zeitpunkt eine Entscheidung fallen wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

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