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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 03:23 Uhr

Kultur : Letzte Feier in der Alten Schule

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kulturverein lockte zum Jahreswechsel 80 Gäste in das zum Abriss bestimmte Gebäude

Silvester 2014 noch am Brandenburger Tor, nun kam Wilster in den Genuss: Die Jerry Jenkins Band swingte die Besucher in der Alten Schule ins neue Jahr. Zu Elvis-Hits, Twist, Lindy Hop und eigenen Band-Songs tanzten Jung und Alt aus dem ganzen Kreis ins Finale. Denn in diesen Tagen muss das historische Gebäude, das die Stadt an einen Investor verkauft hat, geräumt und für den Abriss vorbereitet werden. Die engagierte Gruppe um Anton Brade und die Stadtwerkstatt, die auch ein Kaufangebot abgegeben, aber mit der geplanten Begegnungsstätte den Kürzeren gezogen hatte, muss sich eine neue Wirkungsstätte suchen.

Somit begleitete viel Wehmut die schwungvolle Ballnacht. Eigentlich wäre der Verein „Alte Schule – Kultur und Bildung Wilstermarsch“ nun über die Anfangshürden hinweg gewesen, bedauerte Vorstandsmitglied Carmen Galba. Gerade die Veranstaltungen der letzten Wochen und die Kulturimbiss-Aktivitäten hätte viele neue Gäste ins Haus gebracht. „Das Haus wurde auch von den Itzehoern und dem Umfeld angenommen, denn selbst die Kreisstadt bietet nichts Vergleichbares“, sagte Galba. Damit habe es der Verein schneller als erwartet geschafft, die Alte Schule als Kulturtreff zu etablieren und verschiedene Generationen anzuziehen.

Auch Silvester traf das Stammpublikum auf viele Erstbesucher. Maike Striewski und Bettina Lange aus Heiligenstedten hatten sich von der Werbung des Kulturvereins zum besonderen Jahreswechsel zu einem Besuch animieren lassen. „Wenn man als Frau alleine losgeht, hat man kaum Möglichkeiten. Und an Silvester ist es besonders schwierig“, sagte Maike Striewski – und freute sich über ihre Wahl und die gute Stimmung in Wilster, die die rund 80 Gäste schnell in Kontakt miteinander kommen ließen.

Die jüngere Generation fühlte sich vom Kulturverein ebenfalls angesprochen: „Außer dem Cheyenne-Club in Itzehoe oder der Tanzschule gibt es doch nichts für uns. Außerdem ist hier eine tolle familiäre Gemeinschaft mit Jung und Alt entstanden und der Musikstil ist viel breiter ausgerichtet“, sagte Florian Helmholz (20), der mit seiner Freundin Leandra Egge (17), deren Eltern und Geschwistern gekommen war. Dass die innerstädtische Lage auch eine soziale Attraktivität hat, zeigte sich daran, dass einige jüngere Wilsteraner aus der Umgebung der Alten Schule, die nach Mitternacht spontan ins Haus kamen, einfach mitfeierten.

Für die Stammgäste der Alten Schule, die schon einige Workshops belegt haben und regelmäßig Veranstaltungen besuchten, sprachen Jan-Eric Kolbe und Gunda Möller aus Itzehoe. Sie wollten eigentlich wie schon viele Jahre zuvor Silvester in der Schweiz verbringen und kamen nun nach Wilster: „Wir wollten dieses besondere Ereignis nicht verpassen!“

Überraschende Begegnungen gab es ebenfalls: Im ehemaligen Klassenraum setzte sich Ursula Grzeschke, die mittlerweile in Bremen lebt und den Jahreswechsel im Brokdorfer Elternhaus verbringt, zufällig neben Doris Dimpker aus Wilster. Beide schwelgten in Erinnerungen über ihre Realschulzeit in dem historischen Gebäude: „Wir hatten eine sehr kreative Ausbildung mit Tanz und Theater, besonders die Sommerlager in den Abschlussklassen waren toll.“








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