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Lesung, Musik, Ausstellung – Eine Nacht voller spannender Kultur

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2014 | 15:49 Uhr

Kultur schaffen, Kultur erleben, Kultur genießen – dafür stand am Sonnabend die Kulturnacht 2014 in Glückstadt. Die vielen Künstler, die Glückstadt beherbergt, gewährten für eine Nacht wieder einen Einblick in ihre Werke, ihre Schaffensräume und ihr Leben. Wer flink unterwegs war und gewillt, möglichst viel mitzuerleben, der konnte sich einen sehr schönen Abend machen mit Musik, Literatur, Spaß und viel Genuss. Schon um 19 Uhr begannen viele Veranstaltungen. Nicht nur die Künstler im Provianthaus, auch die Ateliers am Rhin und andere Kreative hatten Tür und Tor geöffnet und präsentierten Ausschnitte aus ihrem bisherigen Lebenswerk.

Lore Schröder zeigte in ihrem Atelier neben ihren eigenen Werken auch die ihres verstorbenen Lebensgefährten, des bekannten Glückstädter Malers Hans-Peter Wirsing. Das Detlefsenmuseumpräsentierte die aktuelle Ausstellung mit Werken von Karl Leipold „Heimat und Ferne“. Aber Museumsleiterin Katharina Berents hielt noch ein besonderes „Schmankerl“ für die Besucher bereit. Der Glückstädter Ebbo Meinert widmet sich bereits seit vielen Jahren mit Begeisterung der Lyrik. Seine Leidenschaft gilt dabei den Schüttelreimen, die er selbst dichtet und bereits in zwei Büchern festgehalten hat. Viel zu lachen gab es ob der komischen lyrischen Verrenkungen, die den Schüttelreimen zu eigen sind.

Überhaupt tobte in der gesamten Innenstadt das literarische Leben. Im Anno 1617 lasen verschiedene Autoren Lyrik und Prosa mit musikalischem Zwischenspiel. In der Bücherstube am Fleth las Tania Schlie aus ihrem neuen Werk „Wo Frauen ihre Bücher schreiben“. Dabei hatte sie Glück im Unglück, denn der Druck des Buches war nicht termingerecht fertig geworden. Der Verlag hatte ihr jedoch kurzfristig zumindest drei gebundene Werke für den Abend zur Verfügung stellen können. Für ihr neues Buch hatte sie viel recherchiert und nachdem sie der Grundfrage nach dem Ort des Schreibens nachgegangen war, kam schnell die Frage nach dem „Warum?“ dazu. So gibt ihr Buch faszinierende und sicher so manches Mal einmalige Einblicke nicht nur in die Schreibwerkstätten verschiedener Autorinnen preis, sondern auch tiefe Blicke in die verschiedenen Lebenssituationen der Frauen unterschiedlicher Jahrhunderte und verschiedener Kulturen.

Aus vielen „Lieblingsbüchern“ bauten am Marktplatz die Mitglieder der Soroptimisten wieder einen Bücherturm auf. „Die Aktion läuft ganz toll heute Abend“, freute sich Präsidentin Claudia Dickmann. Viele neue Titel waren dabei, die noch sehr gut erhalten waren. Auf dem nächsten Bücherflohmarkt der Soroptimisten, auf dem die Bücher dann für den guten Zweck verkauft werden sollen, wird sicher so manches Schnäppchen zu finden sein.

Wer es lieber musikalisch mochte, kam während der Kulturnacht ebenfalls auf seine Kosten. Allein fünf Konzerte liefen im Laufe des Abends in der Stadtkirche. Im Palais für aktuelle Kunst gab es Gitarrenmusik. Im „Sunset“ am Hafen wurde gejazzt, was das Zeug hielt. Dort fand dann ab 23 Uhr auch das schon traditionelle „Chill-Out“ statt. Der Glückstädter Chor „Vokalensemble“ beteiligte sich mit einem schwungvoll-dynamischen Konzert an der diesjährigen Kulturnacht. Unter dem Motto „Nette Begegnung“ sangen sich die Chormitglieder durch das ganze Spektrum menschlicher Gefühle. Es gab Tanzlieder, schwedische und dänische Trinklieder, romantische Liebeslieder. Besonders viel Applaus gab es für das moderne deutsche Lied „Hallo, wie geht´s“ über eine flüchtige Begegnung, in der viele typische Floskeln verarbeitet waren, wie „Muss ja“, „man steckt nicht drin“ oder auch „muss weiter“.

Und noch einen musikalischen Leckerbissen gab es in der Kulturnacht zu entdecken. Im Galerie-Atelier „Artquarium“ von Margarete Olschowka, in der auch die „High-Fisch-Bar“ in dieser Nacht ihr Zuhause gefunden hatte, sangen und spielten „Doktor Kramer“, wenn auch nicht in der angekündigten Formation mit Rüdiger Fock am Klavier. Seinen Platz nahm Igor Zeller ein, der ihn mehr als würdig vertrat. Der musikalische Querschnitt durch die deutsche Chansonwelt war derart gelungen, dass die Musik auch nach dem Beginn des Konzertes so viele Vorbeischlendernde anlockten, dass das Artequarium aus allen Nähten platzte. Sitzplätze waren nicht mehr zu bekommen, die übrigen Besucher füllten stehend das Atelier und sogar vor der Tür und vor dem Haus lauschten viele Menschen bis zum letzten Klang dem gefühlvollen Gesang von Nicolo Kramer. Die kleinen Patzer am Beginn bei „Schöner Gigolo“ überspielten die beiden Musiker geschickt und mit viel Witz. Besonders begeistert war das Publikum von musikalischen Ausschnitten aus dem Film „Große Freiheit Nr. 7“. Der Hit von Hans Albers „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ wurde mitgesungen und am Ende gab es lautstarken Applaus.

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