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Krimi-Autorinnen : Lesung der Mörderischen Schwestern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gelungene Premiere der CrimeTime im Wewelsflether Alfred-Döblin-Haus: Organisatorin Anja Marschall ist zufrieden mit dem ersten Krimi-Abend norddeutscher Autorinnen.

Dunkle Nacht, eisiger Wind, düstere Gedanken – die Mörderischen Schwestern fielen über Wewelsfleth her. Entsprechend wurden die Geschichten blutig, gemeuchelt wurden vornehmlich mit Messern und Schusswaffen überwiegend andere, zuweilen auch mal sich selbst.

Nachdem bisher Stipendiatinnen der Hochliteratur in Wewelsfleth beherbergt worden waren, wurde es nun „kriminell“. Zum ersten Mal versammelten sich Autorinnen des U-Fachs (Unterhaltungsliteratur) in dem Ort, der Günter Grass einmal als Zuhause und kreative Heimat diente. Acht Frauen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin begaben sich für vier Tage in Schreibklausur, lebten im ehemaligen Gras-Haus, um an ihren jeweiligen Büchern oder Projekten zu arbeiten. Und sechs von ihnen gaben nun teils ihre Ergebnisse, teils Geschichten aus früheren Veröffentlichungen nun im Alfred-Döblin-Haus in einer Lesung zum Besten: fünf etablierte und drei angehende Autorinnen.

Groß war das Interesse: In dem zugegebenermaßen kleinen Raum der Wohnküche des Döblin-Hauses war kein Platz mehr frei, als die Autorinnen in der ersten „CrimeTime“ aus ihren Werken lasen. Die Mitglieder in europäischem Verband Mörderische Schwestern, Europas größtem Krimi-Frauenverband mit Sitz in Berlin, erhielten von der Organisatorin und Vizepräsidentin Anja Marschall jeweils eine viertel Stunde Zeit. Die Texte reichten von lustig über spannend bis unheimlich und hintersinnig Die Tatorte waren international, lagen in Hamburg und London. Und die Geschichten enthielten auch einiges an Lokalkolorit. So spielten einige der Werke in Itzehoe, in St. Margaretehen, an der Nordseeküste und natürlich in Wewelsfleth.

Die Itzehoerin Britta Heitmann, die bisher vornehmlich Krimikurzgeschichten veröffentlichte, die Schleswig-Holsteinerin Annette Schwohl, deren Krimi „Diagnose Mord“ im März erscheint, Klaudia Jeske aus Berlin, Autorin von Krimis und Prosa, unter dem Titel „Erben ist menschlich“ und Martina Arnold, Krimiautorin und Drehbuchautorin beim ZDF, deren Geschichten geprägt sind durch schwarzen Humor, kamen bei den Zuhörern mit ihren spannenden Vorträgen sehr gut an. Die Geschichten behandelten eine ganze Bandbreite – von Moorhühnern bis hin zu psychologisch ausdifferenzierten Handlungen – und sie waren so spannend, dass das Publikum ohne Unterbrechung andächtig lauschte.

Neben den angereisten Autorinnen kamen auch die heimischen Schriftstellerinnen Heike Denzau und Anja Marschall aus Wewelsfleth mit ebenso Spannendem zu Wort. Anja Marschall ließ die Zuhörer zum Schluss abstimmen, ob sie lieber einen Auszug aus ihrem jüngsten Krimi oder der Fortsetzung „London Calling“ hören wollten, der demnächst erscheint. Sie waren zu neugierig und wollten die Fortsetzung hören, in der es um den mysteriösen Tod eines Investmentbankers in London ging. Anja Marschall war schließlich zufrieden: „Die Zuhörer haben genau an den richtigen Stellen gelacht und sind an den spannenden ganz leise geblieben.“

Und dass das eigentlich der Hochliteratur zugetane Haus ebenso Unterhaltungsliteratur aufnehmen könne, habe dieser Abend ebenso gezeigt.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 16:51 Uhr

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