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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 09:13 Uhr

Bücher : Lesestoff für die Wilstermarsch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Geschenktipps für Bücherwürmer: Was Wilsteraner Lese-Experten für die Feiertage empfehlen

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 17:14 Uhr

Zu keinem Anlass werden mehr Bücher verschenkt als zu Weihnachten. Ob Krimis, Fantasy, Romane oder Kinderbücher – auch in Zeiten von e-Books hat bedrucktes Papier nichts von seinem Reiz verloren. Mitunter steht man allerdings vor der Frage: Welches Buch schenkt man seinen Lieben? Wir haben Wilsteraner Lese-Experten nach ihren Favoriten befragt.

Bei Karin Labendowicz ganz oben auf der Liste ihrer aktuellen Lieblingsbücher steht „Das Schiff des Theseus“. Schon die Aufmachung fasziniert die Leiterin der Stadtbücherei. Das Buch steckt in einem Schober mit einem Aufkleber wie aus einer Leihbücherei. Es handelt von einem Schiff mit gespenstischer Besatzung und wurde von Lesern „ausgeliehen“, die immer wieder ihre Anmerkungen hineinschrieben. Eine Fundgrube ist auch das Beiwerk „früherer Leser“, die in dem Buch Servietten, Ansichtskarten, Briefe und Zeitungsausschnitte vergessen haben. „Der absolute Knaller“, findet die 49-Jährige, auch wenn die verlangten 45 Euro ein stolzer Preis seien.


Spannende Lektüre auch über das Thema Flucht


Wer es preiswerter und auch klassischer haben möchte, dem empfiehlt sie das Tagebuch der Jahre 1939 bis 1945 von Astrid Lindgren. „Wunderbar aufgemacht“, findet Karin Labendowicz, zumal man auch gleich seine Schwedisch-Kenntnisse auffrischen kann. Die Übersetzungen werden aber parallel mitgeliefert. Und einen immer aktuellen Bezug hat das Buch auch noch. Der Titel: „Die Menschheit hat ihren Verstand verloren.“ Ebenfalls empfehlenswert ist für die Büchereileiterin „Die Gestirne“ von Eleonor Catton. Der Roman führt den Leser in die Zeit des Goldrauschs im Neuseeland des Jahres 1866. „Wenn man die 1000 Seiten nicht scheut.“

Die aktuelle Flüchtlingsdebatte greift indirekt „Altes Land“ auf, ein Roman von Dörte Hansen, den die Wilsteraner Buchhändlerin Antje Bunge nur wärmstens empfehlen kann. „Das lässt sich sehr gut lesen und zeigt uns auf, dass wir hier nicht zum ersten Mal Flüchtlinge haben.“ Der Inhalt dreht sich um das fünf Jahre alte „Polackenkind“ Vera, das auf einem Hof im Alten Land Zuflucht fand.

Für Heike Gahrmann, Mitarbeiterin bei Bunge und ehrenamtlich in der Stadtbücherei engagiert, bietet ebenfalls die Flüchtlingspolitik einen aktuellen Anreiz für eine Lektüre. Sie empfiehlt ein Buch von Rafik Schami: „Sophia oder Der Anfang aller Geschichten.“ Es handelt von einem in Deutschland lebenden Syrer, der zurück in die Heimat geht, in die Fänge des Geheimdienstes gerät und erneut untertauchen muss. „Spannend und unterhaltsam“, sagt Heike Gahrmann. „Das Buch zeigt auf, wie sich das Land und die Menschen verändert haben.“

Eines der aktuellen Lieblingsbücher von Kirsten Jas ist hingegen „Der Trafikant“ von Robert Seethales. Die Geschichte erzählt von einem unerfahrenen 17-Jährigen, der 1937 aus der Provinz nach Wien kommt und eine Lehre in einem Tabakladen beginnt, wo er dem Stammkunden Sigmund Freund begegnet. „Besonders gefallen hat mir die einfache und schnörkellose, aber gleichzeitig auch berührende Sprache Seethales. Es ist ein Buch, das einen von der ersten Seite an gefangen nimmt.“

Willkommene Abnehmer von Büchern sind immer auch Kinder. „Da gibt es so viele schöne Sachen“, weiß Heike Ruge, die einen Narren an Kinderliteratur gefressen hat. Aktuell empfiehlt sie ein Buch der in Österreich geborenen Designerin und Illustratorin Silke Leffler. Ansonsten sorgt auf dem Gabentisch für die Kleinen auch immer wieder ein Klassiker für Aufmerksamkeit: Pettersson und Findus aus der Kinderbuchreihe von Sven Nordqvist. An Lesestoff für Bücherratten in der Wilstermarsch sollte es also nicht mangeln.

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