Lesen üben mit Schülern

Materialien gibt es reichlich: Andrea Bünz und Eberhard Hülsing hoffen auf Mitstreiter.
Materialien gibt es reichlich: Andrea Bünz und Eberhard Hülsing hoffen auf Mitstreiter.

Bedarf gibt es im ganzen Kreis: Verein Mentor sucht dringend Ehrenamtler

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05. September 2019, 17:17 Uhr

Itzehoe | Was man braucht? Geduld, Humor und Verlässlichkeit. Und: „Das Wichtigste ist, selbst Freude am Lesen zu haben“, sagt Andrea Bünz. Die Vorsitzende des Mentor-Kreisverbandes hofft auf möglichst viele Freiwillige, die sich angesprochen fühlen. Denn der Verein sucht dringend Leselernhelfer.

Betreut werden Zweit- bis Siebtklässler aus allen Schularten, die nicht flüssig lesen können oder Probleme beim Leseverständnis haben. Rund die Hälfte von ihnen seien Migranten, so Bünz, es gebe jeweils knapp 70 Mentoren und Schüler. Itzehoe sei dabei der Schwerpunkt, aber: „Eigentlich soll der ganze Kreis versorgt werden.“ Gerade zu Beginn des neuen Schuljahres meldeten die Schulen Bedarf an, Glückstadt warte „händeringend“, Wrist wolle gern starten.

Einmal in der Woche lesen die Freiwilligen mit den Kindern, möglichst das ganze Schuljahr hindurch. Denn es gehe um Bindung, „dann sind die Kinder bereit, sich darauf einzulassen“, sagt Bünz. Meist finde das Treffen nach Schulschluss statt, deshalb könnten sich auch Berufstätige überlegen, das Engagement mittags in ihren Tag einzubauen.

In der Lesestunde werde nicht der Unterrichtsstoff fortgeführt, sagt Bünz. Ein pädagogischer Hintergrund sei nicht nötig. In den Schulen stünden Kisten mit Materialien, darunter auch Spiele: „Es soll beiden Spaß machen.“ Auch die Schulbüchereien könnten genutzt werden, Interessen und Stärken der Kinder würden beachtet. Für die Mentoren gebe es teils Stammtische an den Schulen, einmal im Jahr wird eine Fortbildung angeboten, in diesem Jahr zum Thema Lernmotivation. Das alles sei aber freiwillig, unterstreicht Bünz.

Und den Mentoren bringe es viel, sagt Eberhard Hülsing. Seit einem Jahr kümmert er sich um einen Grundschüler aus dem Irak: „Es ist eine ganz tolle Erfahrung zu sehen, wie der Junge das annimmt und was er für Fortschritte macht.“

Da kann Andrea Bünz nur beipflichten: „Man merkt, dass es den Kindern etwas wert ist, dass ein Erwachsener nur für sie Zeit hat.“ Die Kreisvorsitzende sagt weiter: „Das erleben nicht alle Kinder.“


>Kontakt: 04821/952090,

andreabuenz@yahoo.de

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