Wilster : „Leselust“ freut sich über regen Zuspruch

Birgit Böhnisch aus Wilster ist die Vorsitzende des Vereins „Leselust“.
Birgit Böhnisch aus Wilster ist die Vorsitzende des Vereins „Leselust“.

Im Schnitt kommen 60 Zuhörer zu den Veranstaltungen in den Spiegelsaal. Viel Abwechslung verspricht auch dieses Jahr.

shz.de von
08. März 2018, 05:00 Uhr

Die Lust am Lesen ist ungebrochen – und auch an Lesungen. Für das vergangene Jahr zieht der Verein „Leselust“ jedenfalls eine überaus positive Bilanz.

Wie Vorsitzende Birgit Böhnisch auf der Jahresversammlung bilanzierte, seien bei den insgesamt zehn Veranstaltungen im Schnitt 60 Besucher dabei gewesen. Sehr viel mehr ist wegen der eingeschränkten Möglichkeiten im Spiegelsaal des Neuen Rathauses auch gar nicht möglich. Die historischen Räume im Doos’schen Palais sind denn auch das Pfund mit dem der aktuell 84 Mitglieder zählende Verein wuchern kann. Inzwischen hat sich die attraktive Örtlichkeit nicht nur bei Bücherfreunden, sondern auch bei den Autoren herumgesprochen. Allerdings, so räumte Böhnisch ein, sei 2017 etwas „krimilastig“ gewesen. Unterm Strich habe der Verein in Kooperation mit der Stadtbücherei aber wieder abwechslungsreiche und interessante Schriftsteller aufbieten können.

Unbestrittener Höhepunkt sei das Gastspiel des unorthodoxen Naturforschers Jürgen Feder gewesen, der vor einer Heerschar von staunenden Zuhörern den Parkplatz neben dem Rathaus in eine Rohkostplatte verwandelt hatte. „Irgendwo am Klosterhof hat er sogar noch eine komische Brombeere entdeckt“, erinnert sich ein „Leselust“-Mitglied an zahlreiche Aha-Erlebnisse beim Rundgang mit Feder. Auch der Autor selbst sei vom Wilsteraner Publikum begeistert gewesen.

Interessante Autoren, mörderische Schwestern und zwischendurch auch mal ein Fotovortrag: Die Bandbreite von „Leselust“ war groß. Auch für dieses Jahr kündigte Böhnisch vom Bienenforscher über einen Pferdeflüsterer bis hin zu einem Zeitreisenden wieder eine bunte Palette an. Daneben berichtete der frühere Schenefelder Sparkassendirektor Eggert Eicke über seine Reise nach Tansania. Überlegt wird, ob man mit dem Stipendiaten im Wewelsflether Döblin-Haus einen „Kaffeenachmittag bei Frau Doos“ inszenieren könnte – hochmoderne Literatur in historischem Ambiete.

Nach den von Schatzmeisterin Susanne Reese vorgelegten Zahlen geht für „Leselust“ auch finanziell die Rechnung auf. Und das, obwohl sich Verein und Veranstaltungen ausschließlich über Spenden finanzieren. Der Eintritt zu den Lesungen ist frei und soll es auch bleiben. Böhnisch: „Es ist immer wieder beeindruckend, wie wir das ohne Eintrittsgelder hinkriegen.“ Vorstandsmitglied Karin Labendowicz betonte allerdings noch einmal, dass Mitgliedschaft nicht automatisch einen Platz sichert. Insbesondere bei den restlos ausgebuchten Veranstaltungen müsse streng nach den erforderlichen Anmeldungen vorgegangen werden.

Erleichterung gibt es hingegen vom Denkmalschutz. Bislang mussten zu jeder Lesung die Stühle aus dem Erdgeschoss nach oben und wieder runter geschleppt werden. Jetzt dürfen sie in den frisch restaurierten Räumen in der ersten Etage deponiert werden. Die wenigen Regularien waren dann zügig abgearbeitet. Einstimmig wurde Birgit Böhnisch in ihrem Amt als Vorsitzende bestätigt. Schriftführerin bleibt Heike Pohl. Zur neuen Kassenprüferin wurde Anna Martens bestimmt.

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