Itzehoe : Lesehelfern droht das Aus

Sucht Unterstützung: Roswitha Klockmann möchte, dass der Verein Mentor weiter Kindern beim Lesen lernen hilft.
Sucht Unterstützung: Roswitha Klockmann möchte, dass der Verein Mentor weiter Kindern beim Lesen lernen hilft.

Bildungsprojekt: Verein Mentor sucht dringend neuen Vorsitzenden.

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02. August 2018, 05:01 Uhr

Hunderte Itzehoer Schüler haben die ehrenamtlichen Helfer vom Verein Mentor seit 2001 beim Lesen lernen unterstützt. Nun droht dem Verein das Aus. Es fehlen Mitglieder, die sich im Vorstand engagieren wollen. Der Verein sucht händeringend nach Unterstützung.

„Der Bedarf für unsere Arbeit ist eigentlich groß“, sagt Roswitha Klockmann, die den Verein aktuell als zweite Vorsitzende kommissarisch führt. Im vergangenen Schuljahr seien alle 44 aktiven Lesementoren ausgebucht gewesen – und nicht alle Anfragen von Itzehoer Schulen konnten bedient werden. Vor einigen Jahren seien sogar bis zu 80 Lesehelfer im Einsatz gewesen, sagt Klockmann. „Lesen ist eine Schlüsselkompentenz für die gesamte Bildung und daher besonders wichtig“, sagt Klockmann. Bei vielen Schülern – mit und ohne Migrationshintergrund – mangele es am Textverständnis, also der Fähigkeit, das Gelesene richtig zu erfassen.

Genau da setzt die Arbeit des Vereins an. Die Mentoren treffen sich mit Schülern, meist im Grundschulalter, in Schulen oder in der Stadtbibliothek und lesen gemeinsam Bücher. „Mal lesen die Schüler, mal wird ihnen vorgelesen. Und dann spricht man über die Texte“, sagt Klockmann. Die Mentoren nutzen auch spezielle Lernspiele, um die Kinder zu fördern. Die Lesehilfe sei aber keine klassische Nachhilfe, sondern ein zusätzliches Angebot. Für die Eltern ist es kostenlos.

In Schwierigkeiten geraten ist der Verein, als die langjährige Vorsitzende ihr Amt aus persönlichen Gründen niederlegte. „Das war nachvollziehbar und vollkommen in Ordnung“, sagt Klockmann. Leider habe sich aber aus dem Kreis der Aktiven kein Nachfolger gefunden. Nun habe sie die Aufgabe übernommen, die ehemalige Vorsitzende unterstütze noch. „Ich stoße aber an Grenzen“, sagt Klockmann. Es gehe darum, den Verein nach außen zu repräsentieren und den Kontakt zu den Schulen zu halten. Auch die Einarbeitung neuer Mentoren gehöre zu den Aufgaben des Vorstands. „Wir brauchen dringend Unterstützung, um die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen“, sagt Klockmann. „Wenn keiner kommt, kann ich das irgendwann nicht mehr.“


>Kontakt: mentor-itzehoe@mail.de oder 04821/95193. Am Donnerstag, 30. August, stellt der Verein sich zudem von 14 bis 17 Uhr öffentlich in der Stadtbibliothek vor.

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