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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 12:50 Uhr

Lernen – nicht nur für die Schule

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erster Jahrgang der Klasse „PL“ geht im Sommer auf die Zielgerade

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 08:07 Uhr

Im August 2012 wurde an der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld unsere Klasse „Produktives Lernen (PL)“ eingerichtet. Jeder Schüler aus den allgemeinbildenden Schulen des Kreises Steinburg, der die 8. oder 9. Klassenstufe besuchen würde, konnte sich für die Aufnahme ins „Produktive Lernen“ bewerben.

PL gibt es seit den 80er Jahren unter dem Namen „Die Stadt als Schule“. Das Institut für Produktives Lernen in Europa (IPLE) hat dieses Projekt weiter entwickelt und so „PL“ ins Leben gerufen. Wir Schüler haben uns beinahe alle für PL beworben, weil wir in unserer alten Schule Probleme hatten.

PL ist anders als der normale Schulalltag: Von Montag bis Freitag in die Schule und nachmittags noch an den Hausaufgaben hängen? Das gibt es nicht mehr für uns PL-Schüler. Wir müssen das Schulklingeln nur am Montag und Dienstag hören. Von Mittwoch bis Freitag lernen wir in einem Betrieb, den wir uns selbst ausgesucht haben.

Ein Schuljahr besteht nicht nur aus zwei Halbjahren, sondern aus drei Teilen (Trimesterpraktika).

Wir wählen unsere Praktika nach Interesse und müssen uns rechtzeitig und eigenständig um den Praktikumsplatz kümmern. Die Bewerbungsunterlagen sollten wir bei der Suche immer dabei haben.

In jedem unserer sechs Praktika lernen wir die Tätigkeiten des gewählten Berufes und die Betriebsabläufe kennen, werden selbstbewusster bei Vorstellungsgesprächen und sicherer im Umgang mit zum Beispiel Vorgesetzten, Kollegen und Maschinen.

Wöchentlich besucht uns eine unserer Lehrerinnen zur Bildungsberatung im Betrieb. Wir Schüler berichten darüber, was wir im Betrieb entdeckt, beobachtet und unter Anleitung unserer betrieblichen Mentoren gemacht haben. Aus unseren praktischen Erfahrungen finden wir eigenständig Aufgaben für unsere Unterrichtsfächer an den Schultagen. So verstehen wir besser, wofür wir Deutsch, Mathe, Englisch und die anderen Schulfächer wie zum Beispiel Biologie, Physik oder Technik im Berufsalltag benötigen.

Am Ende jedes Praktikums müssen wir unseren Mitschülern und Lehrerinnen in der Schule oder im Betrieb etwas Besonderes von unserem Gelernten vorstellen (selbstständige produktive Aufgabe). So erfahren wir zum Beispiel wie gemolken wird, eine Kfz-Inspektion abläuft oder ein Weinregal getischlert wird.

Unser Ziel und das unserer Lehrkräfte ist es, dass wir die Schule mit einem erfolgreichen Hauptschulabschluss (Berufsbildungsreife) verlassen, am besten mit einem Ausbildungsplatz in der Tasche. Wir, die Schüler der ersten PL-Generation, haben dieses Ziel voraussichtlich in diesem Sommer erreicht. Ein Teil von uns hat bereits einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Wir haben alle im PL unsere Schwächen und Stärken erkannt und können selbstständiger arbeiten. Wir sind stolz auf uns!

Lena Peters für die Klasse
PL8/9, Gemeinschaftsschule
am Lehmwohld, Außenstelle
Heiligenstedten

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