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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 04:00 Uhr

Geschützt : Lernen im Denkmal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kaiser-Karl-Schule und Klosterhof-Schule sind unter Schutz gestellt worden.

Ruhig stehen sie da. Ohne herumwuselnde Schüler wirken die Gebäude noch ehrwürdiger als ohnehin schon. Wie ehrwürdig Kaiser-Karl-Schule und Klosterhof-Schule sind, ist jetzt amtlich verbrieft: Als Ensemble sind beide nun ein geschütztes Kulturdenkmal.

Das Schreiben des Landesamtes für Denkmalpflege stellt klar: „Der Denkmalschutz erstreckt sich bei der Klosterhof-Schule auf das gesamte Äußere und bei der Kaiser-Karl-Schule auf das gesamte Objekt.“ Denkmale könnten nur erhalten werden, wenn die Eigentümer erfolgreich mit der Denkmalpflege zusammenarbeiten, „damit es auch künftigen Generationen möglich ist, Geschichte wahrzunehmen, zu interpretieren und zu hinterfragen“. Deshalb wolle die Behörde die Stadt als Eigentümerin „einladen, gemeinsam mit uns für den Erhalt unserer Denkmale zu sorgen“. Was das heißt, folgt kurz darauf in Fettdruck: Für Veränderungen an oder im Gebäude braucht die Stadt eine Genehmigung.

„Damit gehen wir im Moment gelassen um“, sagt Angela Koch, Leiterin des städtischen Gebäudemanagements. Bei der Klosterhof-Schule gebe es aktuell keinen Handlungsbedarf oder laufende Projekte. An der KKS wird die Sanierung des naturwissenschaftlichen Traktes vorbereitet. Grundsätzlich gelte: Was relevant für die Sicherheit sei, werde schnell umgesetzt, alles andere haben einen längeren Planungsvorlauf – und werde dann eben mit den Denkmalpflegern besprochen werden müssen, so Angela Koch.

In der Denkmalliste ist der Altbau der KKS aufgeführt, errichtet von 1868 bis 1870, im Jahr 1905 um einen quadratischen Innenhof herum erweitert, aufgestockt 1927 und 1928. Der Schutz gilt außen, aber auch für den Innenbereich, so weit er aus diesen Bauzeiten stammt, sowie das direkte Umfeld. Das von Architekt Johannes Otzen geplante Gebäude sei ein „gut erhaltenes und qualitätsvolles Beispiel eines preußischen Schulbaus“, heißt es. Ebenso charakteristisch sei die 1882 gebaute Klosterhof-Schule, beide seien in ihrer Anordnung im Straßenraum und durch Details der Fassadengestaltung aufeinander bezogen. Deshalb gilt der Schutz einer „Mehrheit von baulichen Anlagen“.

Größere Veränderungen daran seien „große Aufgaben verbunden mit einer besonderen Verantwortung“, schreibt das Landesamt der Stadt. Das Bauamt werde sich damit im Detail befassen, bevor es tätig werde, sagt Angela Koch. „Dann schauen wir, wie weitreichend die Folgen sind. Das beunruhigt mich jetzt noch nicht.“ Es werde immer versucht, für beide Seiten verträgliche Lösungen zu finden, heißt es vom Landesamt.

Und was sagen die Nutzer? Stolz ist man an beiden Schulen. Die KKS feierte gerade ihr 150-jähriges Bestehen, die Aula stehe schon lange unter Denkmalschutz, das Treppenhaus wurde künstlerisch gestaltet, so die stellvertretende Schulleiterin Monika Rohweder. „Darum ist es nur passend, dass jetzt auch das ganze alte Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird.“ Das Tolle an der KKS sei die Kombination von Altem mit Neuem wie der Mensa und den modernen Physik- und Informatikräumen. Auch in den bald neuen Biologie- und Chemieräumen werde moderner Unterricht durch moderne Technik unterstützt. „Dieses Miteinander“, so Rohweder, „spiegelt den reizvollen Charakter der KKS wider: Ausgehend von der Tradition – offen für das Moderne.“

Der Denkmalschutz wirke sich nicht direkt auf den Unterricht aus, sagt Gerd Freiwald augenzwinkernd. Froh ist der Leiter der Klosterhof-Schule, dass alle Umbauten und Erweiterungen schon erledigt sind. Bei Anmeldungen höre er immer wieder: „So stelle ich mir eine Schule vor.“ Die Einstufung durch das Landesamt nimmt er deshalb gern an: „Es ist natürlich schöner, in einem denkmalgeschützen Gebäude zu unterrichten als in einem Plattenbau. Ich finde ohnehin, dass die Klosterhof-Schule die schönste Schule überhaupt ist.“


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erstellt am 10.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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