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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 03:29 Uhr

Flüchtlinge : Leitfaden für das Miteinander

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erstes Integrationskonzept der Stadt Glückstadt im Rathaus vorgestellt. Teile sind bereits in die Praxis umgesetzt.

„Schön ist es geworden“, konstatierte Bürgermeister Gerhard Blasberg bei der offiziellen Vorstellung der Broschüre „Willkommen in Glückstadt“. Schon vor einigen Monaten begann die Planung für das Heft. Dass das Thema Integration und Zuwanderung bei der Vorstellung so brandaktuell sein würde, war zu der Zeit noch nicht absehbar.

Die Broschüre ist ein Baustein des umfangreichen Integrationskonzeptes, das unter der Koordination der Integrationsbeauftragten der Stadt, Katharina Schmidt, erarbeitet wurde. Das Konzept war innerhalb von drei Monaten im Herbst und Winter 2014 unter großer öffentlicher Beteiligung entwickelt worden. Beteiligt an der Erstellung waren viele Glückstädter Institutionen, Vereine und Verbände in mehreren Arbeitsgruppen. Das Konzept richte sich an die aufnehmende Gesellschaft ebenso wie an alle Eingewanderten, geflüchtete wie nicht geflüchtete Menschen gleichermaßen, sagte Katharina Schmidt. Als ein gutes „Planwerk, das wir zu Rate ziehen sollten, wenn wir nicht weiter wissen“ stellte sie das erste Integrationskonzept der Stadt Glückstadt vor.

So wurden verschiedene Maßnahmen angeregt, die vor einigen Monaten noch sehr theoretisch gedacht waren, heute aber zum Teil aufgrund der Notwendigkeit bereits umgesetzt werden. „Einige Punkte sind bereits während der Erstellung des Maßnahmenkataloges in die Umsetzung gegangen“, stellte Katharina Schmidt fest. So werden in den Glückstädter Schulen zum Teil bereits „Schülerpartner“ für zugezogene Kinder und Jugendliche ausgebildet und eingesetzt.

Und auch für Flüchtlingskinder im Kindergartenalter werden bereits Kleingruppen zur Sprachförderung und Integration in den Kindertagesstätten angeboten. Federführend ist dabei das gerade erst neu geschaffene Familienzentrum in der Familienbildungsstätte. Dort werden auch bereits die Eltern ermuntert, an Sprachkursen teilzunehmen. Während der Interkulturellen Woche wurde zudem bereits sehr erfolgreich ein Kochkurs mit Gerichten der türkischen Küche angeboten.

Nach dem Konzept soll es davon in Zukunft noch mehr geben – vor allem, um die Begegnung der Kulturen untereinander zu fördern und somit Verständnis für den anderen zu schaffen.

Die Broschüre bietet einen Überblick, wie sich Glückstadt mit dem aktuellen Zuzug von Flüchtlingen auseinander setzt. Aber auch als Anregung für persönliches Engagement wollen die Verantwortlichen sie verstanden wissen. Denn viele der vorgestellten Ideen bedürfen noch mehr Unterstützer, die sie mit Leben erfüllen.

Die Vorstellung des Integrationskonzeptes bedeutet auch keinesfalls den Abschluss der Beschäftigung mit dem Thema im Rathaus. Weitere Anregungen für die Zukunft werden gern immer noch aufgenommen. So machte Bauamtsleiter Lüder Busch bei der Vorstellung des Konzeptes gleich noch den Vorschlag, interessierte Flüchtlinge für die Freiwillige Feuerwehr zu rekrutieren. „Uns fehlen Feuerwehrleute in Glückstadt und vielleicht gibt es unter den Neubürgern der Stadt junge Männer und Frauen, die hier gern helfen würden“, hoffte er.

„Wir müssen diese Menschen nur finden“, meinte dazu Gerhard Blasberg. Er wisse zurzeit leider nur von einem türkischen Feuerwehrmann, der aber mit viel Freude dabei sei. „Scheinbar haben wir in diesem Bereich noch nicht die richtige Ansprache gefunden“, vermutete er.

Auch das Jobcenter ist gern bereit, als Ansprechpartner beispielsweise potentielle Arbeitgeber für Zugewanderte zu unterstützen. „Die Welt wird sich nachhaltig verändern. Dass das am Anfang für alle schwierig ist, ist klar. Doch wir sind durchaus in der Lage, uns mit unseren Ängsten diesbezüglich auseinander zu setzen und auf die Veränderungen und auch mögliche Schwierigkeiten positiv zu reagieren“, fasste Blasberg die Situation zusammen. Dankbar sind die Beteiligten über die Mitarbeit von Brigitta Sui Dschen Mattke von der Firma Moin Biologische Backwaren, die über die „fairy foundation. büro für soziale plastik“ das Layout erstellte und anschließend auch den Druck sponserte.

Das Konzept soll mittels einer Steuerungsgruppe in der Umsetzung begleitet werden. Die Gruppe trifft sich erstmals im Januar 2016 und wird nach zwei Jahren in die Fortschreibung des Konzeptes gehen.


>Das vollständige Konzept ist einsehbar im Internet unter www.glueckstadt.de. Die gedruckte Broschüre liegt im Rathaus aus.

 

 

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