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neuer Strassenbelag : Leiser Asphalt statt lautes Pflaster

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Um anliegende Häuser vor Langzeitschäden durch Erschütterungen zu schützen, soll das Großpflaster am Fleth ausgetauscht werden. Ob es eine glatte Asphaltdecke oder ein geschnittenes Pflaster werden soll, wird derzeit im Bauausschuss diskutiert.

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 12:15 Uhr

An das monotone Grollen der Lastwagen, die die Straße Am Fleth entlangfahren, kann man sich wohl gewöhnen. Viel schlimmer jedoch sind die Erschütterungen, die die Fahrzeuge beim überqueren des Großpflasters auf der Westseite der Straße in Höhe des Marktplatzes verursachen. Denn die könnten laut eines Gutachtens in absehbarer Zeit zu langfristigen Schäden an den umliegenden Häusern führen. Die Fraktion Bündnis 90/Grüne hatte deshalb einen Antrag gestellt, das Großpflaster durch eine Asphaltdecke auszutauschen, um so die Gebäude zu schützen. Kosten: etwa 50 000 Euro. Gleichzeitig plädierten die Grünen-Politiker dafür, auch die anliegenden Fußgängerüberwege zu erneuern, die bereits erste Schäden aufweisen.

Mit einer grauen Asphaltdecke konnte sich Meike Sierck (SPD) bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses nicht anfreunden. Zwar war in der Beschlussvorlage auch von einer „farblichen Anpassung“ die Rede – sie plädierte jedoch dafür, auch ein geschnittenes Pflaster in Erwägung zu ziehen. Dies würde sich nicht nur besser ins Stadtbild einfügen, sondern auch das Problem beseitigen. „Damit hätte man schon deutliche verringerte Erschütterungen“, so Sierck.

Dr. Siegfried Hansen (Piraten) war von dieser Lösung nicht überzeugt. Ein geschnittenes Pflaster sei nicht nur teurer, sondern sei auch von zweifelhaftem Nutzen. „Die Frage ist, ob wir damit überhaupt etwas verändern.“ Was das geschnittene Pflaster kosten würde und ob sich damit überhaupt eine Veränderung bewirken lässt, soll jetzt geprüft und in der nächsten Sitzung erneut verhandelt werden. Fällt die Entscheidung am Ende doch auf eine Asphaltdecke, soll zudem über eine Fahrbahnverengung nachgedacht werden, um Temposünder zu stoppen.

Ein Nachtfahrverbot für Lkw hingegen, wie es die CDU für die Straße Am Fleth ab dem Penny-Kreisel beantragt hatte, ist erst einmal vom Tisch. Die letzte Verkehrsschau habe ergeben, dass die Voraussetzungen für ein solches Verbot nicht gegeben seien, teilte Ausschuss-Vorsitzender Dr. Sven Wiegmann mit. Begründung: Einerseits gäbe es nachts wenig Lkw-Verkehr am Fleth und andererseits seien dort keine Unfälle in Verbindung mit Lastkraftwagen zu verzeichnen. Vor allem aber würde ein Nachtfahrverbot zu einer Verlagerung des Verkehrs auf andere Straßen führen – und das sei wegen des „Verschlechterungsgebotes“ nicht zulässig. Auch ein Tempo-30-Limit am Fleth wurde abgelehnt – unter anderem, weil es dort keine Gefahrenlagen gäbe und keine Schule in der Nähe sei.

„Es muss immer erst etwas passieren, bevor gehandelt wird“, beschwerte sich Krafft-Erik Rohleder (CDU) über das Ergebnis der Verkehrsschau. Trotzdem blieb ihm am Ende nichts anderes übrig, als das Vorhaben ad acta zu legen. Rohleder: „Vor diesem Hintergrund, ziehe ich den Antrag zurück.“

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