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Lehrer aus Herzhorn hilft Fans auf den richtigen Weg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2014 | 10:01 Uhr

„Sie suchen die Toilette? Da müssen Sie nur noch ein Stück den Nightwish-Boulevard entlang.“ Herbert Frauen zeigt den beiden Wacken-Gästen am Zeltplatz U den Weg auf der Karte. Diese bedanken sich und verschwinden eilig.

„Mit 66 Jahren fängt das Leben erst an“, sagt Herbert Frauen. Der ehemalige Leiter der Realschule beziehungsweise Regionalschule in Glückstadt hat sich auf seinen Ruhestand gefreut. Und will seitdem etwas Neues entdecken. „Das ist mein Lebensmotto“, so Frauen.

Als Steward 5143 ist er in diesem Jahr auf dem WOA unterwegs, weist an Tag Autos ein und beantwortet all die Fragen der angereisten Metalheads. „Am Mittwoch war der größte Andrang der Neuankömmlinge. „Es ist ganz wichtig, alle nett zu begrüßen. Es macht Spaß, weil alle in Partylaune sind. Es gibt keine Probleme und ist völlig stressfrei.“

Begonnen hat er im vergangenen Jahr als Müllsammler am Ende des Festivals. Daraufhin hatte er den Wunsch, mehr Einblicke in den gesamten Festivalablauf zu bekommen. Er bewarb sich im März. Es folgten eine Einteilung und Schulung bei Arp. Rund 150 Leute seien dagewesen, es gab die Bänder und die - wie Frauen sagt - leuchtende Sommer- und Herbstgarderobe. „Es ist alles hochprofessionell abgelaufen.“

Am Dienstag hatte er seine erste Schicht ab 6 Uhr. Mit der Fahrt von Herzhorn bis Wacken ist er dann rund 13 Stunden aus dem Haus. Alle drei Stunden werden die Stewards neu eingeteilt. „Und auch super verpflegt“, so Frauen, der zu den älteren Stewards gehört. „Die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, aber das passt schon“. Eine Schicht teilte er mit einer Studentin aus Greifswald. „Der habe ich davon abgeraten, Geschichte zu studieren“, lacht der ehemalige Rektor. Viele nette Leute habe er kennen gelernt und viele nette Gespräche geführt.

Vielleicht hat Herbert Frauen seine Lehrer-Vergangenheit geholfen, auch nett auf unschöne Dinge hinzuweisen. Zum Beispiel, wenn es um den Müll geht. „Ich würde nie sagen ,Wie sieht das den hier aus?’“, sondern frage: ,Möchten Sie noch einen Müllbeutel haben?’“

Alle seine Erwartungen haben sich erfüllt, und so wird er wohl auch im nächsten Jahr wieder hinter die Kulissen des Festivals gucken. Gespannt ist er aber auf den Sonntag. „Eine Gruppe hat einen Wohnwagen zum Klo umgebaut und erzählte mir, dass sie ihn auf dem Gelände lassen wollen. Sie haben ihn bei einer Internetauktion verkauft – mit Abholung vor Ort. Bin mal gespannt, ob das klappt“. In Wacken ist nichts unmöglich.

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