Schule : Legionellen in der Halle Sude-West

Beruhigung für Eltern: Während der Schulzeit sind die Waschräume gesperrt.
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Beruhigung für Eltern: Während der Schulzeit sind die Waschräume gesperrt.

Für Schüler sind die Waschräume der Itzehoer Sporthalle gesperrt: Grund sind erhöhte Legionellen-Werte im Wasser. Die Anlage wurde bereits desinfiziert.

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15. März 2016, 12:00 Uhr

„Stopp! Für Schulkinder gesperrt!“ Die Aussage ist eindeutig und wird durch rot-weißes Flatterband noch einmal betont: „Sicher ist sicher“, sagt Gudrun Kullik, Leiterin der Grundschule Sude-West, und sperrte die Waschräume in der Sporthalle Sude-West während der Schulzeit. Das Wasser ist mit Legionellen belastet – oder vielleicht inzwischen auch nicht mehr. Die Stadt wartet auf Laborergebnisse.

Im vergangenen Sommer gab es das Problem schon einmal. Wegen eines technischen Fehlers in der Kommunikation mit dem Kesselhaus im Schulgebäude sei das Wasser nicht genug aufgeheizt worden, sagt Henning Groth vom Gebäudemanagement. Die Legionellen-Konzentration war deutlich zu hoch, die Duschen wurden gesperrt bis zur Abhilfe. Seitdem gibt es Stichproben, und die brachten nun wieder zu hohe Werte.

Allerdings nicht in der Dimension wie beim ersten Mal: „Es besteht keine Gefahr für normale Erwachsene“, sagt Joachim Wiese vom Gesundheitsamt des Kreises. Für „empfängliche Personen“ sei die Belastung aber möglicherweise zu viel. Deshalb informiert ein Aushang an der Eingangstür der Halle, dass die Duschen genutzt werden können, „Personen mit Vorerkrankungen“ aber gegebenenfalls darauf verzichten sollten. Duschen auf eigene Gefahr also – das betreffe vor allem den Vereinssport, weiß Wiese. Der Sport-Club Itzehoe machte es in seinen Abteilungen bekannt, daraufhin kam es zu irritierten Rückfragen, sagt Geschäftsführer Jan Schamerowski: „Es gab bei einigen das Gefühl, dass die Gefährdung ein bisschen heruntergespielt wurde.“

Da die Kinder die Duschen nicht nutzten, sei die Grundschule eigentlich nicht betroffen, sagt Gudrun Kullik. Doch es könne doch einmal sein, dass in den Räumen „Schabernack“ betrieben werde, „einfach zur Beruhigung der Eltern“ sperrte sie deshalb die Waschräume während der Schulzeit: „Wir haben übervorsichtig reagiert, weil es eben um kleine Kinder geht.“

Was die Ursache für die Legionellen-Verunreinigung ist, steht nicht fest. Aber Henning Groth vom Gebäudemanagement hat eine Vermutung: „Die Anlagen laufen einfach zu wenig.“ Die Bakterien mögen stehendes Wasser mit den passenden Temperaturen. Im Zuge einer thermischen Desinfektion sei deshalb jetzt „massiv gespült“ worden, sagt Groth. „Und das wird auch weiterhin gemacht.“

Ob die Bakterien damit aus der Anlage herausgespült wurden, sollen Proben zeigen, die in der vergangenen Woche genommen wurden. Frühestens Ende dieser Woche werden die Resultate vorliegen: „Legionellen vermehren sich sehr langsam, auch im Labor“, erklärt Gesundheitsingenieur Wiese. Er erwartet allerdings, dass sich das Problem erledigt hat, und ist sich darin mit Christina Endres vom Amt für Bildung einig: „Ich gehe davon aus, dass jetzt schon alles im grünen Bereich ist – dann haben wir es Schwarz auf Weiß.“

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