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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 23:18 Uhr

Lebensqualität für Flüchtlinge schaffen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amtsverwaltung Schenefeld sucht dringend Wohnungen für Asylbewerber / Alte Meierei in Looft kann nach Umbau bezogen werden

Auch die dem Amt Schenefeld angehörenden Gemeinden beschäftigt die Flüchtlingsthematik zusehends. „Insbesondere wird nach Wohnraum gesucht“, sagt der Leitende Verwaltungsbeamte Andreas Faust. Innerhalb weniger Wochen werden die in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Neumünster und Boostedt ankommenden Flüchtlinge durch den Kreis an die einzelnen Ämter, wie auch Schenefeld, weiter vermittelt. Aufgabe des Amtes sei es dann, die Kinder, Frauen und Männer, die oft unter Lebensgefahr aus ihren Heimatländern geflohen sind, in den einzelnen Gemeinden Wohnraum zu geben. „Wir wollen die Asylsuchenden nicht in großen Gemeinschaftsunterkünften wie in einem Containerdorf unterbringen“, betont Faust mit Hinblick auf die kälter werdenden Tage und Nächte. Vielmehr solle ihnen ein vernünftiger und zumutbarer Lebensraum zur Verfügung gestellt werden.

Hinzu komme, dass es für die in einem Containerdorf untergebrachten Flüchtlinge schwer sei, Kontakt zu den Nachbarn oder der Dorfgemeinschaft zu bekommen. „Die Menschen müssen unter uns leben, weil sie den Kontakt auch suchen“, ist sich Faust, der bislang 89 Flüchtlinge in den Gemeinden Schenefeld, Wacken, Besdorf, Christinental, Gribbohm und Reher unterbringen konnte, sicher. „Die Schwerpunkte liegen dabei in den beiden größeren Gemeinden wie Schenefeld und Wacken, weil dort Ärzte, Schulen, Kindergärten sowie Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind“, sagt Faust. Er weiß aber auch, dass die Zahl derjenigen, die ein Dach über dem Kopf benötigen, weiter ansteigen wird. Daher sei das Amt auch weiterhin dringend auf die Hilfe der Bürgermeister und Eigentümer von Häusern und Wohnungen, die ihre Leerstände an das Amt vermieten, angewiesen.

In der Gemeinde Looft wurde die alte Meierei – mit einer rund 140 Quadratmeter großen Wohnung – angemietet. „Hier haben wir, nach kleineren Umbaumaßnahmen, die Möglichkeit, sechs Personen unter zu bringen“, zeigt sich Faust dankbar. Wann die Wohnung mit Flüchtlingen bezogen werde, stünde derzeit noch nicht fest. Da die Zahlen der Ankommenden aber stetig steige, könne es nicht mehr so lange dauern – die Wohnung muss dafür allerdings noch mit Hausrat und Mobiliar eingerichtet werden.“

Als besonders lobenswert sieht Faust gemeinsam mit Bürgermeister Hans-Hermann Hollm aus Looft das Wohlwollen der meisten Einwohner aus den Gemeinden. „Bei uns wird das akzeptiert – keiner murrt“, sagt Hans-Hermann Hollm. „Es kommen immer wieder neue ehrenamtliche Helfer oder Paten, die einen oder mehrere Flüchtlinge betreuen wollen, hinzu“, sagt der Leitende Verwaltungsbeamte. Die Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten doch viel mehr auf Unterstützung angewiesen. Unter anderem haben sie die Möglichkeit an Sprachkursen teilzunehmen. Zudem werde an der Grund- und Gemeinschaftsschule Deutsch als Zweitsprache (DaZ) angeboten. „Kinder lernen eine Sprache schneller als Erwachsene und vermitteln diese dann auch an ihre Familien weiter“, sagt Faust und weist darauf hin, dass es für die Jüngsten daher auch wichtig sei, den Kindergarten oder die Krippe zu besuchen. Glücklicherweise gäbe es in den Kindergärten und Krippen des Amtes Schenefeld derzeit keine Platzprobleme. „Ich meine, dass wir mit unserer Philosophie auf dem richtigen Weg sind – laute Wellen bringen nur Unruhe.“

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erstellt am 26.Aug.2015 | 15:37 Uhr

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