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Kulturnacht : Lebensfreude musikalisch ausgedrückt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstadt: Werkstatt-Band, Hansen&, Petersen sowie Gregor Macht begeistern in der Stadtkirche.

Einen begeistert aufgenommenen Beitrag zur Kulturnacht leistete die Glückstädter Werkstatt-Band, die seit 2012 von Anne Christin Petersen (38) geleitet wird und seitdem als „V.I.P – Versursachte Intuitive Produktion“ auf die Bühne geht. Dieser Name bedeute, dass jeder Mensch einzigartig sei und stehe für Lebensfreude und Lebensglück durch Musik, sagt Petersen. „Unsere Musik ist intuitiv und bringt das zum Ausdruck, was in uns lebt. Der Produzent unserer Musik ist unser Herz und unsere Seele.“

Das Publikum in der vollbesetzten Glückstädter Stadtkirche sang und klatschte begeistert mit. Drummer Hans-Peter Lampert (46) und Bassistin Martina Beilfuß (46) sowie Anne Christin Petersen und Florian Hansen bildeten den musikalischen Klangteppich. Chorisch, mit wechselndem Sologesang rundeten die Sängerinnen und Sänger diese einzigartige Darbietung ab.

Und auch sie waren in der Stadtkirche zu hören: Hansen&Petersen, das neugegründete Duo, hatte dort seinen ersten öffentlichen Auftritt. Jedes Lied ist von den Vollblutmusikern eigenhändig geschrieben und komponiert worden. Sakrale Musik, weltlich vertont. Groove und Crossover, untermalt mit den Klangfarben der verschiedenen Instrumente. Die Themen des Duos: Gott steht über allen Dingen, Seifenblasen, die Wünsche transportieren – ein Lied, das nachdenklich und trotzdem fröhlich klingt –, auf der Suche nach einem verlorenen Menschen, der weiter in uns lebt und wohnt – eine Ode an die Mutter. Eine grandiose Darbietung, ein mitreißender, musikalischer Beitrag.

Eine etwas andere Sichtweise des Korans schilderte Rabia Atasoy (17). Die Schülerin des Detlefsengynasiums hat sehr bildhaft, anschaulich und leidenschaftlich die Ästhetik im Koran interpretiert. Denn wer den Koran richtig auslege stelle fest, dass es dort nicht nur Verbote gibt. Mystik, Prosa und Kalligrafie sind stilistische Mittel, um eine Beziehung zu Gott aufzubauen. Farbenprächtige Ornamente und die Schönheit der Arabesken erwecken den Wunsch nach einer friedlichen Welt. Gott beziehungsweise Allah näher zu sein, ist die tänzerische Ästhetik der Derwische. Die islamische Kunst spiegelt sich in den monumentalen, filigran verzierten Bauten wieder, wie die Alhambra in Granada (Spanien) oder das Taj Marhal in Agra (Indien).

Gregor Macht, Schüler des Hamburger Konservatoriums und Gitarrenlehrer der Glückstädter Musikschule, spielte Stücke aus „Instrucceión de música sobre la Guitarra Espanola von Gaspar Sanz (1640-1710). Barocke Gitarrenklänge, wohltönend, zart und ausgefeilt mit Inbrunst gespielt. Traumhaft sicher glitten seine Finger über die Saiten auf seiner auf „fis“ gestimmten Gitarre. Im zweiten Teil spielte er unter anderem auf seiner Konzertgitarre Stücke von Pierre Lerich (1937-2008) und Federico Moreno Torroba (1891-1982) – zärtliche einfühlsame Melodien. Die Stücke „Lento“ und „Obstinato“ aus Elogio de la danza von Leo Brouwer führten in eine musikalische Traumwelt, hingebungsvoll zelebriert.

Eine Persiflage, zugeschnitten auf Glückstädter Ereignisse: „Der Maulwurf im Reaktor“. Ein Kurzfilm von Hans-Michael Sobetzko aus tausenden von Einzelbildern zusammengestellt. Der Maulwurf, der Feind des Gärtners Ulf Ostermann, schaufelt sich mit 17/km/h nach Brokdorf. Er gräbt und gräbt bis er im Reaktor landet. Verstrahlt, zum Riesenmaulwurf mutiert, schaufelt er sich zurück nach Glückstadt. Riesige Erdhügel erschrecken die Einwohner. Der Tunnelgräber sorgt für Unruhe in dem sonst beschaulichen Städtchen. Die Treppe des Rathauses verschwindet auf wundersame Weise, ebenso der Kandelaber. Die Touristen geraten in Panik. Der Gärtner, der Maulwurfvernichtungsexperte, wird um Rat gefragt. Aber alle klassischen Vernichtungsmittel bleiben ohne Wirkung. Erst die Matjeskanone zeigt endlich Erfolgt. Einzeln werden die Matjes eingelegt, gezielt wird das „Riesending“ anvisiert. Und in kurzer Zeit sind alle Riesenmaulwürfe, durch eine enzymatische Schrumpfung, augenblicklich auf Normalgröße reduziert. Ein Wunder der Natur, sehr zum Vergnügen der Zuschauer.

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