zur Navigation springen

Mehrgenerationenhaus : Lebendiger Treff für Jung und Alt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Förderung für das Mehrgenerationenhaus in Kellinghusen läuft in diesem Jahr aus – Stadt erhofft sich weitere Zuschüsse.

Stricken, Häkeln, Spiele spielen – im Erdgeschossraum des Mehrgenerationenhauses (MGH) sind alle Tische besetzt, am Kaffee- und Teetresen ist kein Barhocker frei. „Ist superlecker“, preist Mitarbeiterin Petra Beselin ein frisch gebrühtes Heißgetränk an. Die älteren Damen klappern auch dann gelassen mit den Nadeln, wenn der Nachwuchs den Lärmpegel steigert. Einen scharfen Blick werfen sie höchstens auf die jungen Handarbeits-Anfänger. Bis unters Dach summt das alte Gebäude in der Schulstraße am Nachmittag. Eine Treppe hoch im Büro wird gerade Papierkram erledigt, ganz oben dürfen sich junge Drummer an den Schlagwerken austoben.

Das MGH blickt auf zwei Jahre erfolgreiche Arbeit zurück. Finanziert wurde das Projekt für Jung und Alt mit 30 000 Euro aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF). 10 000 Euro schoss die Stadt dazu. Die dreijährige Förderperiode läuft Ende 2014 aus. Das dritte Aktionsprogramm soll sich ab 2015 anschließen.

Im Sozialausschuss zogen die Koordinatoren Helmut Priebe und Karsten Hanstein deshalb jetzt Bilanz und warben für ein weiteres finanzielles Engagement der Kommune. Deutlich wurde: Dem MGH-Team ist es in relativ kurzer Zeit gelungen, einen lebendigen Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen zu etablieren. Als Magnet erweist sich das umfangreiche Wochenprogramm im offenen Betrieb unter anderen mit Café, Migrationsberatung, Krabbelgruppe, Deutsch- und Gitarrenkursus, Sport und Häkelbüdel-Club. „Am schönsten zu sehen ist das Miteinander beim Bingo-Spielen“, erklärte Priebe. Als die MGH-Macher 2012 die Idee des generationsübergreifenden Angebots umsetzten, konnten sie schnell überzeugen. Zumal ein halbjährlich herausgegebener Veranstaltungskalender mit 145 Angeboten zusätzlich Attraktives bietet. „Renner bei Genießern von 20 bis 80 Jahren ist derzeit das gemeinsame Kochen nach regionalen Rezepten“, so Priebe.

Im Schnitt besuchen täglich 75 Besucher vom Kindes- bis ins hohe Seniorenalter das Haus in der Schulstraße. „Viele Ältere wollen ihre Zeit gewinnbringend für sich und andere nutzen und sich engagieren“, weiß der Sozialpädagoge. Gleichzeitig suchten jüngere Menschen Rat und Orientierung oder wollen sich aktiv einbringen. Rund 60 Stunden in der Woche hält das MGH seine Tür geöffnet. Neben Priebe, Hanstein und Petra Beselin besteht das MGH-Team aktuell aus zwei Buftis (Bundesfreiwilligendienst) und zwei Praktikanten. Außerdem sorgen 40 – von den Profis gecoachte – Ehrenamtliche dafür, dass Jung und Alt sich begegnen, voneinander lernen und miteinander aktiv werden. Fazit: Das MGH ist ein eng vernetzter Knotenpunkt in der Stadt mit guten Beziehungen zu örtlichen Schulen, dem Regionalen Bildungszentrum, dem Stadtmarketing sowie Vereinen und Verbänden. Am Ende des Berichts bestand unter den Politikern keine Frage, auch für das kommende Aktionsprogramm (ohne ESF) die Summe in Höhe von 10 000 Euro bereitzustellen. Auf den Wunsch nach einer Stellenaufstockung zur Ausweitung von Programm und Öffnungszeiten gab es unterschiedliche Reaktionen. Horst Nitz (Keli) verwies auf zahlreiche Investitionen in Sachwerte, da müssten Mittel auch für Menschen da sein. Erk Niesemann bestätigte, die SPD würde das MGH auch wollen, wenn die nächste Förderperiode nicht zustande käme. BFK und CDU hielten sich zurück. Mit Blick auf den engen Finanzrahmen unterstrich Ausschusschef Henning Schlüter (BFK), die Stadt könne nicht groß ausgeben, ohne dies nachher von anderer Stelle um die Ohren gehauen zu bekommen. Geprüft werden sollen nun weitere Fördermöglichkeiten, etwa über die Metropolregion Auenland. Mit exakt definierten Zahlen wird das MGH-Thema in der nächsten Ratsversammlung auf der Agenda stehen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2014 | 04:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen