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Roman : Leben und Lieben in Zeiten des Wirtschaftswunders

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Die Glückstädter Autorin Tania Schlie hat unter ihrem Pseudonym Greta Hansen ein neuen Roman geschrieben

Wenn Tania Schlie von ihrem neuen Buch erzählt, ist es so, als ob die Romanfiguren lebendig werden. Als ob die Schicksale der Frauen wirklich passiert sind. Die Tragik der Geschichte verursacht Gänsehaut und die Autorin erreicht, dass der Zuhörer mehr erfahren möchte. Spannend ist das Familiengeheimnis.

Unter ihrem Pseudonym Greta Hansen hat die 54-jährige Glückstädterin den Roman „Die Jahre ohne Dich“ geschrieben. Er kommt in diesen Tagen im Piper-Verlag heraus.

Es ist die Tragik der Zeit, die so interessant ist. Zwei junge Frauen wachsen in den Nachkriegsjahren auf. In einer Epoche, als Frauen heiraten sollen, aber nicht arbeiten. Der Ehemann hat noch das Aufenthaltsbestimmungsrecht: Er entscheidet, wo seine Frau wohnen darf. Der Mann ist in der Regel der Ernährer der Familie. Eine berufstätige Frau, die Karriere machen will – das ist nicht vorgesehen. Eine Scheidung ist für eine Frau kaum möglich, denn es gilt noch das Schuldprinzip – mit vielen Nachteilen für die Betroffenen.

Tania Schlie hat viel über diese Zeit recherchiert – auch zur damaligen Gesetzgebung. Und sie hat aussagekräftige Lebensgeschichten studiert. „Ich habe Interviews mit Frauen gesehen und gelesen.“

Die Orte der Handlung, die sie gewählt hat: Hamburg und sein Hafen nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch Berlin und Paris, wo die Autorin selbst ein Jahr lebte. Eine Rolle spielt aber auch Afrika, weil Tania Schlie jemanden kennenlernte, der in den 50er und 60er Jahren an der Elfenbeinküste tätig war und filmte. Was die Autorin an bewegten Bildern sah, beeindruckte sie und sie baute dies in ihren Roman ein. Von dort wird Holz per Schiff in die Hamburger Sägerei transportiert, die der Lebensmittelpunkt von Schlies Romanheldin Elisabeth ist. Ein anderer Schauplatz sind die „Spelunken“ auf der Reeperbahn in Hamburg und das Café Keese mit Tischtelefon und Damenwahl.

Wer in der Zeit lebte, wird viel wiedererkennen. Wer später geboren wurde, bekommt einen Eindruck, unter welchen Repressalien die Frauen zu leiden hatten. Die Autorin erzählt vom Otto-Versand, wo eine Freundin der Protagonistin Elisabeth gearbeitet hat. Sie schreibt von Eierlikör und DRK-Suchmeldungen im Radio, die der später bekannte Schauspieler Joachim Fuchsberger gesprochen hat.

Die zweite Romanheldin wächst als Waisenkind in Polen auf, wird aber nach Wismar in die DDR verschoben und kommt dann nach Berlin zu einer Adoptivfamilie – noch bevor die Mauer steht. Luise darf Abitur machen, verbringt ein Jahr in Paris und wird Stewardess. Damals durften diese Frauen nur bis 35 Jahre in dem Beruf arbeiten. Heirateten sie vorher, mussten sie kündigen.

Der Bogen der Geschichte spannt sich bis Ende der 60er Jahre. „Die Frauen hatten mit Widrigkeiten und Vorurteilen zu kämpfen – und gegen männliche Machtgelüste“, sagt Tania Schlie. Die Autorin, die bei Soroptimist International – einer Vereinigung berufstätiger Frauen – aktiv ist, lässt sich eines nicht nehmen: Eine ihrer Romanheldinnen gründet selbst einen Klub berufstätiger Frauen.

Eines zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch: Die Liebe, die bei der Autorin in ihren Büchern nie zu kurz kommt.

>Im Kulturmärz liest Tania Schlie aus ihrem Buch am Dienstag, 17. März ab 20 Uhr in der Bücherstube am Fleth. Erhältlich ist das Buch in allen Buchhandlungen.

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erstellt am 11.Mär.2015 | 11:45 Uhr

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