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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 23:32 Uhr

Reisebericht : Leben am anderen Ende der Welt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Wilsteraner Björn Voß lebt in Neuseeland. Von dort berichtet der 26-Jährige von seinem Alltag auf einem ökologischen Bauernhof und von spannenden Freizeitaktivitäten.

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erstellt am 08.Feb.2015 | 07:53 Uhr

Wer die Filme „Herr der Ringe“ kennt, der kann sich in etwa vorstellen, vor welcher Kulisse der Wilsteraner Björn Voß (26) die Silvester-Nacht in seiner Wahl-Heimat Neuseeland feierte. Über den Jahreswechsel fuhr er zu einem der angesagtesten Festivals in dem Inselstaat, dem „Twisted Frequency“. Den Besuchern wird nicht nur Musik geboten: „Auf einem weitläufigen Festival gab es alles: Organic Pizza, Workshops zum Basteln von Halsketten und Armbändern, wie man selbst Beete richtig anlegt“, erzählt Voß, der dekoriert mit einer glitzernden Ganzkörper-Bemalung übers Gelände lief. „In der ganzen Aufregung habe ich Neujahr glatt zweimal erlebt. Bis ich meinen Kumpels endlich mal geglaubt habe, dass es erst 11.30 Uhr war, hat so seine Zeit gedauert. Das Festival war einfach das beste Neujahr, was ich jemals hatte und ich habe viele neue Freunde kennen gelernt, die ich auch später wieder getroffen habe.“

Björn Voß war im November 2013 zusammen mit seinem Freund Tobias Haack (28), ebenfalls aus Wilster, nach Honduras aufgebrochen. Von dort starteten sie, mit dem Ziel, die Welt zu umsegeln. Nachdem sie ihr Boot mit dem Namen „Toango“ auf Vordermann gebracht hatten, ging es Anfang März durch den Panama-Kanal Richtung Pazifik, wo sich kurz darauf ihre Wege trennten. Haack segelte mit Toango weiter Richtung polynesische Inseln, während sich Voß verschiedenen Segler-Crews anschloss. Nachdem er eine Zeit in der neuseeländischen Stadt Orewa weilte und das Kite-Boarden für sich entdeckte, hat er jetzt seine Zelte auf der Südinsel in Marahau aufgeschlagen.

Dort lebt er als freiwilliger Helfer auf einem ökologischen Bauernhof. „Gegen vier Stunden Arbeit bekommt man drei tolle Mahlzeiten und einen der schönsten Wohnorte auf der Welt direkt am Abel Tasman National Park. Ich arbeite meistens den ganzen Tag. Habe auch Freude daran“, berichtet Voß. „Derzeit baue ich einen großen Schuppen, um unter anderem Holz einzulagern. Dabei habe ich außerdem ein Drainage System entwickelt und installiert, die Wasserleitungen repariert und teils neu verlegt und einen Naturboden, wie ihn die Maoris benutzen, eingestampft.“ Zusammen mit seinem Studien-Freund Fabian Mohn (23) aus Hamburg, der für längere Zeit zu Besuch in Neuseeland ist, hat Björn Voß auf dem Bauernhof bereits Räume für eine Touristenunterkunft gebaut.

Neben der Arbeit bleibt für die beiden genügend Zeit, beim Surfen, Wandern oder Schwimmen zu entspannen. Beim Schwimmen zog sich Fabian Mohn jüngst eine Verletzung zu, die den beiden einige Einblicke in das neuseeländische Gesundheitssystem offenbarte. Björn Voß erzählt: „Dort hat sich unter anderem Fabian beim Schwimmen eine tiefe Schnittwunde am Fuß zugefügt. Zuerst mussten wir ihn zu dritt zurück zum Van tragen. Danach lagerte ich ihn und machte mich auf in das zirka eine Stunde entfernte Krankenhaus in Nelson. An dieser Stelle möchte ich gerne einmal auf das wichtigste Gut in Deutschland hinweisen: Unser soziales Krankenversorgungssystem. Die Folgen der Privatisierung überall auf der Welt verschlechtert die Versorgung ungemein – vor allem für die ärmere Bevölkerungsschicht. Die erste Frage ist nicht an den Patienten gerichtet, sondern an die Geldbörse. Es gilt zuerst einen großen Papierkrieg zu bewältigen. Wie zum Teufel soll jemand, der unter Schock steht das machen? Zum Glück konnte ich helfen. In Deutschland hingegen wird man erstmal behandelt. Jeder ist grundversichert, und das ist auch gut so.“

Fabian Mohn konnte am Ende geholfen werden: Es stellte sich heraus, dass keine Sehne verletzt war. Der acht Zentimeter lange und ein Zentimeter tiefe Schnitt wurde genäht.

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