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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 09:27 Uhr

Bauarbeiten : Lange Wege in beschädigter Kita

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der evangelische Kindergarten Kunterbunt in Kremperheide ist eine große Baustelle: Überflutungen bei einem Unwetter im Juni hatten viele Räume unbrauchbar gemacht, der lange Winter hat die Arbeiten an einem Anbau verzögert. Der Tagesbetrieb läuft provisorisch.

von
erstellt am 04.Sep.2013 | 05:15 Uhr

Mal eben kurz auf die Toilette gehen. Das ist im Moment in der Kita Kunterbunt der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes nicht so einfach. Denn mitunter kann das einen langen Weg von mehreren Minuten über das Außengelände bedeuten. Nachdem große Teile der Einrichtung bei einem Unwetter am 19. Juni unter Wasser standen, läuft der Betrieb immer noch in provisorischen Räumen. Einzelne Gruppen wurden im Erdgeschoss des Gemeindezentrums und in Nachbargebäuden untergebracht. „Das ist schwierig“, sagt die stellvertretende Leiterin Kirsten Christiansen und fügt hinzu: „Aber ich denke, wir haben es ganz gut organisiert.“

Knietief stand damals das Wasser in den eigentlichen Räumen der Kita, die weitestgehend im Keller oder ebenerdig liegen. Die Arbeiten zur Sanierung laufen. Möbel aus Gruppenräumen, Küche und Büro sind unbrauchbar, einige Leichtbauwände mussten abgerissen werden. Im sogenannten Altbau, dem Keller des Gemeindezentrums, stehen noch Trockner, die weiterhin jede Menge Feuchtigkeit aufnehmen.

Der Neubau aus dem Jahr 2003 wird komplett entkernt. Ein biologisches Gutachten hat ergeben, dass dort der Fußboden mit Fäkalien kontaminiert ist. Der komplette Estrich muss entfernt werden. Die Arbeiter gehen mit Atemschutzmasken zu Werke. „Wir hatten gehofft, dass es nicht so weit kommt und dass es genügt nur den Bodenbelag zu erneuern“, sagt Leiterin Bettina Kolbe. Leider wurde ihre Hoffnung enttäuscht. Welche Kosten auf die Kita zukommen, ist schwer einzuschätzen. Das Leitungsteam geht von einer Größenordnung um die 100 000 Euro aus.

Erschwerend hinzu kommt, dass die Arbeiten an einem neuen Anbau, der Anfang August bezugsfertig sein sollte, noch andauern. Der lange Winter sorgte für Verzögerungen. Kürzlich wurde Richtfest gefeiert, doch in den Innenräumen bietet sich noch der Anblick von nacktem Beton und offenen Leitungen. Bis dort zwei Krippengruppen einziehen können, werden noch einige Monate ins Land gehen. Bettina Kolbe und Kirsten Christiansen vermuten, dass es erst im Januar nächsten Jahres soweit sein wird. Bis dahin sollen auch die vom Unwetter zerstörten Räume wiederhergestellt sein.

Die finanzielle Last muss von der Kita beziehungsweise vom kirchlichen Träger selbst geschultert werden. Die Einrichtung ist zwar über die Nordkirche versichert. Elementarschäden sind jedoch ausgenommen. Spendenaufrufe wurden gestartet, Briefe an Firmen und Institutionen in der Region geschickt. „Von der Spendenbereitschaft sind wir sehr positiv überrascht“, sagt Bettina Kolbe. Bisher seien 6558 Euro zusammengekommen, teilweise von Leuten aus der Nachbarschaft, teilweise von gänzlich unbekannten Unterstützern.

Die rund 100 Kinder hätten sich mittlerweile an den provisorischen Betrieb und die langen Wege gewöhnt, berichtet das Leitungsteam. „In den ersten Wochen waren schon einige Kinder verängstigt“, sagt Kirsten Christiansen. Mit der Zerstörung ihrer Kita sei für sie ein Stück heile Welt zusammengebrochen. Mittlerweile wissen die Kinder, dass sie bald ganz neue Räume zum Spielen, Essen und Schlafen bekommen und beobachten gespannt die Bauarbeiten.

> Weitere Spenden können auf das Konto Nr. 80 90 580, bei der Sparkasse Westholstein, BLZ. 222 500 20, überwiesen werden. Kontoinhaber ist die Ev.-Luth. St. Johannes KG, Verwendungszweck: Kita in Not.

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