Landwirtschaft im Kaffeesatz

Hier wird am Sonnabend die Ernte eingebracht: Veranstalter Gerd Mohr in seinem mobilen Diorama für landwirtschaftliches Gerät.
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Hier wird am Sonnabend die Ernte eingebracht: Veranstalter Gerd Mohr in seinem mobilen Diorama für landwirtschaftliches Gerät.

Auf seinem Heuboden erwartet Gerd Mohr hunderte von Freunden des mobilen Dioramas aus ganz Deutschland

shz.de von
05. April 2012, 08:09 Uhr

Bargenstedt | Noch ist Ruhe auf der riesigen Modellanlage, doch am Ostersonnabend wird hier ein Übermaß an Bewegung herrschen, wie es sich die wenigsten Modellfreunde überhaupt vorstellen können. Dann findet auf dem 430 Quadratmeter großen ehemaligen Heuboden von Gerd Mohr das vierte Siku-Control-Treffen statt. Der im Westereeschweg 16 gelegene Hof von Gerd (42) und Claudia Mohr (39) mutiert zum Mekka des mobilen Dioramas.

Es duftet herrlich nach Kaffee in dem riesigen Raum. Kein Wunder, bedecken doch gut 250 Kilogramm getrockneter Kaffeesatz große Teile der Anlage. Fein ausgebracht in Flächen bis zu 15 Quadratmetern imitiert der Kaffeesatz Ackerböden, bereit zum Pflügen und Eggen. Vor dem Modell einer großen Bio gasanlage warten zwei Maissilagebecken auf ihre Befüllung. Folgt man der Straße, die zur Biogasanlage führt, entdeckt man ein riesiges Becken, gefüllt mit Zentnern an Holzmehl. Die Grasflächen warten darauf gegüllt zu werden, im Bauhof stehen Laster zum Transport diversen Steinguts bereit.

Am Sonnabend wird hier transportiert und gefahren, dass es eine Augenweide ist. Gut 200 Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet erwartet Familie Mohr zum Treffen. Aus München, Ulm, Bremen und dem Ruhrgebiet haben sich Freunde des mobilen Dioramas angemeldet. Sie bringen ihre eigenen Laster und Traktoren mit, das Gro ferngelenkte Siku-Modelle im Maßstab 1 : 32, aber auch selbst gebaute und modifizierte Modelle.

Der Spielzeugautohersteller Siku hat mit seinen seit 2004 fernsteuerbaren Modelltraktoren die Grundlage für mobile Dioramen geschaffen. Gerd Mohr ist mit Siku groß geworden. Sohn Marcel (14) und Tochter Madeleen (12) waren damals im besten Siku-Alter und Gerd Mohr ist seiner Leidenschaft für die Siku Modelle stets treu geblieben. 1500 fernsteuerbare Modelle hortet er auf und unter seinem problemlos auch begehbaren Diorama. Sie stehen in Vitrinen, Schränken und auf sich vom Gewicht durchbiegenden Wandregalen zum Einsatz bereit. Sie können dank digitaler Funktechnik alle gleichzeitig fahren, da die Frequenzen sich nicht überlagern. Die Akkus halten problemlos den ganzen Tag durch. Die Modelle haben zig Funktionen. Licht ist da schon eine Selbstverständlichkeit. So lassen sich auf Mohrs Diorama auch nächtliche Ernteaktivitäten simulieren. Die Spielmöglichkeiten liegen weit oberhalb dessen, was man von einer Modelleisenbahn her kennt, die ja stets Spur gebunden ist.

Bis zum 18. März ahnte in Bargenstedt kaum jemand etwas von dieser einzigartigen Attraktion im Dorf, denn Mohrs mobiles Diorama ist mit einer Spielfläche von 230 Quadratmetern das Größte in Europa. An jenem Tag lud Mohr die Einwohner ein. Gut hundert Bargenstedter kamen und staunten. Dithmarschenweit hat die Diorama Szene rund zwanzig Freunde. Allesamt gestandene Familienväter wie Mohr. "Das Thema ist im Kommen", weiß Mohr. Vor allem haben am mobilen Diorama auch die Kinder und Jugendlichen mächtig Spaß.

Das zeigte sich auch im März auf der Brunsbütteler Modelleisenbahnbörse, wo Mohr mit einem kleinen Teil seines Dioramas zu Gast und es vom Nachwuchs geradezu umlagert war. Einen Verein gibt es bei den Freunden des mobilen Dioramas noch nicht. Die Modellfahrzeugliebhaber treffen sich in Internetforen und auf YouTube, wo auch Mohr Aktions-Videos seiner Anlage eingestellt hat.

Info unter www.hof-mohr.de fündig. Jedermann kann Sonnabend in der Zeit von 10 bis 17 Uhr in Bargenstedt vorbeischauen.

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