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Landrat wehrt sich gegen Kritik von Ratsmitgliedern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Torsten Wendt reagiert auf Aussagen im Finanzausschuss: „Ich lasse mich nicht nach Wilster zitieren.“ / Kreis bietet aber weiter Hilfe an

In der mitunter auch emotional geführten Diskussion um die städtischen Finanzen will sich Landrat Torsten Wendt nicht zum Sündenbock abstempeln lassen. „Ich bin entsetzt über das, was ich jetzt aus Wilster höre“, sagte der Chef der Kreisverwaltung gestern als Reaktion auf in einer Sitzung des Finanzausschusses formulierte Angriffe (wir berichteten). Wendt erinnerte daran, dass er der Stadt angesichts der finanziellen Notlage bereits im März vergangenen Jahres seine Hilfe angeboten habe. Aus einer Gesprächsrunde habe er aber den Eindruck mitgenommen, dass man an einer Hilfe nicht interessiert gewesen sei.

Aktuell drehte sich in Wilster die Diskussion um drohende Ausgaben von bis zu 650  000 Euro, weil der Gesetzgeber die Anschaffung einer Feuerwehr-Drehleiter vorschreibt, um die Rettungsfristen einhalten zu können. Im Finanzausschuss wurde angesichts der neuerlichen finanziellen Last fast schon Verzweiflung spürbar. CDU-Fraktionschef Mark Dethlefs forderte den Landrat öffentlich zu einem Gespräch in Wilster auf. Dazu jetzt Torsten Wendt: „Ich lasse mich nicht nach Wilster zitieren.“ Auch habe er entgegen der Aussagen im Finanzausschuss in Sachen Feuerwehr mit keinem Ratsmitglied kommuniziert. Im übrigen betonte der Landrat, dass auch er die Gesetze nicht ändern könne. Und danach sei das Vorhalten einer Drehleiter eben unabdingbar. Im Zweifel müsse man sich in solchen Fragen nach Kiel wenden.

Gleichwohl bietet er aber jeder Stadt und Gemeinde die Hilfe und den Rat seiner Kreisverwaltung an. „Wenn man das aber in Wilster nicht will, ziehe ich mich auf meine Aufgabe als Aufsichtsbehörde zurück. Dann muss der Rat dort sehen, wie er die Probleme selbst löst.“

Und die sind nach seiner Einschätzung nicht eben klein. Landesweit gesehen stehe Wilster bei der Pro-Kopf-Verschuldung auf einem unrühmlichen vierten Platz. Ungeachtet der aktuellen Verwerfungen bietet Torsten Wendt dennoch auch weiter seine Unterstützung an. „Ich bin nicht der Feind der Stadt und hege auch keinen persönlichen Groll.“ Man müsse allerdings wissen, dass es auch in Wilster keine Wunder geben könne. Haushaltskonsolidierung sei ein sehr langfristiger Prozess. „Und das geht auch nicht ohne Schmerzen.“

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erstellt am 20.Nov.2015 | 00:36 Uhr

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