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Hausärzte-Versorgung : Landrat beruft Sonderbeauftragten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dithmarschens scheidender Krankenhaus-Chef Harald Stender soll Konzepte für Medizinische Versorgungszentren erarbeiten.

63 und 61 Jahre sind die Burger Hausärzte Gunnar Osterholz und Detlef Meyer inzwischen. Beide sind gesundheitlich topfit und werden sicherlich noch etliche Jahre für ihre Patienten da sein. Und auch Burgs dritter Hausarzt Dr. Thomas Tschirner ist mit 56 Jahren nicht mehr der Allerjüngste. Er teilt sich seine 2000 Patienten zählende Praxis aber seit Jahren mit Dr. Julia Ehlers (46). Seit Juli 2013 arbeitet zudem Assistenzärztin Anna Burhans (30) in Tschirners Praxis. Burgs ärztliche Versorgung ist damit noch gesichert. Dennoch macht man sich im Gemeinderat offenbar Gedanken über die Zukunft der ärztlichen Versorgung im Ort.

Ein Grund: Junge Ärzte zieht es nicht aufs Land. Wer kann es ihnen verdenken, müssten sie sich doch bei Übernahme einer bestehenden Praxis im Regelfall auf Jahrzehnte hoch verschulden. Einen Ausweg aus diesem Dilemma sollen die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) bieten. Auch beim Kreis Dithmarschen hat man längst erkannt, dass die ärztliche Versorgung auf dem Land kritisch werden könnte, wenn man jetzt nicht handelt. Deshalb hat Landrat Dr. Jörn Klimant den Leiter der beiden Dithmarscher Westküstenkliniken Heide und Brunsbüttel, Harald Stender, mit der Aufgabe betraut, sich um dieses Zukunftsproblem zu kümmern. Zum 1. Oktober geht Stender in den Ruhestand, danach übernimmt er seine neue Aufgabe als Sonderbeauftragter des Kreises. Dass er der richtige Mann dafür ist, hat Stender bewiesen, als er vor Jahren bereits im fachärztlichen Bereich medizinische Versorgungszentren in Brunsbüttel und Marne schuf. Ein MVZ für Hausärzte gibt es derzeit so noch nicht in Dithmarschen. Lediglich in Tellingstedt besteht etwas Vergleichbares. Dort haben sich ein Apotheker und die ansässigen Ärzte zusammengeschlossen.

97 Hausärzte zählt Dithmarschen. Wo am Ende ein MVZ entsteht, ist offen. Büsum, Lunden und St. Michaelisdonn planen aber bereits. ,,Man kann nicht sagen jeder Amtsbezirk benötigt ein MVZ. Ein MVZ ist nur eine der Möglichkeiten“, sagt Stender und verweist auf Süderhastedt, Tellingstedt und Wöhrden, wo sich aus gewachsenen Strukturen heraus funktionierende Gemeinschaftspraxen entwickelt haben. ,,Ein MVZ ist eine Eigeneinrichtung der Gemeinde“, betont der Experte und gibt vor: ,,Ein ärztliches Versorgungszentrum muss in der Unterhaltung und Investition unterm Strich mittelfristig eine schwarze Null ergeben.“

Zur Höhe der vor Ort jeweils nötigen Investitionen für Grunderwerb und Bau beziehungsweise Umbau eines vorhandenen Gebäudes, äußerte sich Stender nicht. Burgs Gemeindevertreter haben sich im Vorfeld ihrer Sitzung vom 17. Juni von Stender darüber informieren lassen, wie ein MVZ funktionieren könnte. Zunächst braucht es ein geeignetes zentral gelegenes Grundstück, denn ein moderner Praxisneubau wäre wohl die optimale Lösung. Walter Arriens, Burgs 2. Bürgermeister: ,,Konkret haben wir gar nichts. Bisher gab es keine internen Gespräche. Egal was für ein Konstrukt es am Ende sein wird, es sind immense Mittelaufwendungen, die da auf die Kommunen zukommen werden.“ Im Übrigen gilt das Prinzip Hoffnung – darauf, dass die Burger Ärzte sich noch lange bester Gesundheit erfreuen und noch viele Jahre ihren Patienten als Arzt erhalten bleiben.


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