Zukunftsdiskussion : Landestheater: Itzehoe hat Fuß in der Tür

Theater itzehoe von oben - ein Pfund, mit dem die Kreisstadt wuchern kann.
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Theater itzehoe von oben - ein Pfund, mit dem die Kreisstadt wuchern kann.

Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen wirkt im Strategiekreis für Landestheater mit.

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24. Juni 2014, 17:00 Uhr

„Wir haben die Kurve gerade noch gekriegt“ – so beschreibt Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen die Stimmung nach der Sitzung des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung des Landestheaters in Heide. Nach den Zwistigkeiten der vergangenen Monate sei die Atmosphäre nun „deutlich verändert: konstruktiver, offener, aufeinander zugehend“. Als „sehr löblich“ bezeichnet Koeppen auch, dass Flensburg als größter Gesellschafter sich selbstkritisch präsentiert habe.

Koeppen bedauert, dass der Dithmarscher Landrat Dr. Jörn Klimant im Zuge der Querelen um den Theaterbau in Schleswig als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten ist. „Aber wir haben einen guten Nachfolger gefunden.“ Der Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast sei ausgleichend und konstruktiv. Koeppen selbst hatte seine Kandidatur zurückgezogen. „Ich wollte keinen Streit oder eine ewige Kandidatensuche provozieren“, sagt er. Es sei vielmehr darum gegangen, ein Signal zu geben, „dass ich zur Mitarbeit bereit bin“.

Und das wird er künftig auch an anderer Stelle tun: Im Strategiekreis, der sich mit der Zukunft des Landestheaters befassen und einem externen Gutachter zuarbeiten soll. Dieser soll die Frage klären, wie das Landestheater finanziell und strukturell neu aufgestellt werden könnte – insbesondere dann, falls es in Schleswig weiterhin keine Lösung hinsichtlich der Spielstätte gibt. Nachdem ein Neubau am Hesterberg gescheitert ist, wird nun wieder an einer Lösung für den bisherigen Standort im Lollfuß gearbeitet.

Im Strategiekreis sitzen neben der Geschäftsführung und dem Aufsichtsratsvorsitzenden auch Vertreter der Sitzstätten – und Koeppen als Vertreter der übrigen Spielstätten. Und der macht keinen Hehl daraus, dass er dort auch die eigenen Interessen der Stadt vertreten will. „Natürlich werde ich für das große Ganze arbeiten. Aber ich werde auch ein Auge auf das haben, was für Itzehoe machbar wäre“, betont er. Das Ziel sei nach wie vor, Itzehoe als Produktionsstätte zu etablieren – in Einklang mit dem theater itzehoe.

Durch die Mitarbeit im Strategiekreis sei er noch dichter dran, sagt Koeppen. „Das ist ein positiver Effekt.“ Schon jetzt werde Itzehoe viel stärker wahrgenommen. „Wir sind viel mehr auf dem Radar als früher und werden ernst genommen.“ Ob die Bemühungen eines Tages zum Erfolg führen werden, sei allerdings noch völlig unklar. „Wir haben den Fuß in der Tür, aber die Tür ist noch nicht ganz offen“, sagt Koeppen. Die Stadt habe jedoch ein Pfund, mit dem sie wuchern könne: „Ein echtes Theater steht nur hier.“


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