zur Navigation springen

Landestheater: Ärger über Flensburger Arroganz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stadt will am „Itzehoer Weg“ festhalten und darum kämpfen, die Einrichtung in die Region zu holen

von
erstellt am 09.Apr.2014 | 05:00 Uhr

Die Situation ist festgefahren, die Fronten sind verhärtet – das Hickhack um das Landestheater nimmt kein Ende. Mit dem Rücktritt des Dithmarscher Landrats Dr. Jörn Klimant als Aufsichtsratsvorsitzender hat es einen neuen Höhepunkt erreicht. „Ich bedauere den Rücktritt Jörn Klimants sehr“, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen im Hauptausschuss. Es habe guten Kontakt zu ihm gegeben, zudem sei Klimant eine „ausgleichende Person“, mit seiner ruhigen Art habe er den Diskussionen gut getan. Derzeit sei man noch „mitten in den Überlegungen“, wer neuer Vorsitzender werden könnte. „Es wird jetzt darauf ankommen, dass viele konstruktive Menschen zusammenarbeiten, um das Landestheater nicht über die Wupper gehen zu lassen“, sagte Koeppen.

Die „maßgeblichen Störungen“ kämen aus Flensburg, so Koeppen. „Die sind giftig eingestiegen in die Debatte.“ Seine Vermutung: „Flensburg hätte gerne ein Landesteiltheater, das nur den Nord-Osten des Landes abdeckt.“ Die übrigen Gesellschafter seien „nicht sehr froh“ darüber, „aber Flensburg hat ein hohes Gewicht und Macht“.

Ungeachtet dessen will er aber am „Itzehoer Weg“ festhalten. „Wir sollten da nicht locker lassen“, sagte Koeppen. Er habe mit vielen Akteuren telefoniert, auch mit Landtagsabgeordneten: „Die Idee, das Landestheater nach Itzehoe zu holen, wird nicht als völlig absurd angesehen.“ Und noch sei Itzehoe auch nicht aus dem Rennen geworfen, auch wenn aus Flensburg „bissige Kommentare zu lesen waren, wie ein Provinz-Bürgermeister dazu käme, sein unausgelastetes Theater in die Waagschale zu werfen“.

Aus der Politik gab es dabei die volle Zustimmung für Koeppen. „Vielleicht sollte man den Aufsichtsrat mal nach Itzehoe einladen“, schlug Ralph Busch (CDU) vor. „Die wissen doch gar nicht, was für ein Theater wir hier haben.“

Man müsse sich aktiv für Itzehoe einsetzen, meinte Thomas Wudtke (FDP), der sich wünschte, dass der neue Vorsitzende aus der Region kommt – zum Beispiel Landrat Torsten Wendt. „Ich sehe nicht ein, warum das alles in den Städten landen soll, die sowieso schon übersubventioniert sind.“

Auch für die Linke wäre das Landestheater „eine Bereicherung für die Stadt“, betonte Ernst Molkenthin.

Ingrid Reichhelm (CDU) indes hat die Gesellschafterversammlung miterlebt und ist noch immer schockiert. „Flensburg hat eine so starke arrogante Haltung aufgrund der hohen Gesellschafter-Anteile“, sagte sie. Klimant sei „fachlich und menschlich übelst angegangen“ worden – „um seine Würde zu wahren konnte er gar nicht anders als zurückzutreten“. Reichhelm hielt es für eine gute Idee, den Aufsichtsrat einzuladen. „Die wissen gar nicht, was sich hier unten abspielt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen