Sturmflut : Land unter in Glückstadt und Kollmar

Der Wind peitschte die Wellen gegen die Hafenanlagen, dass die Gischt nur so spritzte.
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Der Wind peitschte die Wellen gegen die Hafenanlagen, dass die Gischt nur so spritzte.

Sturmflut fällt deutlich höher aus als vorhergesagt. Bäume drohen umzukippen. Schwere Schäden bleiben aus.

shz.de von
12. Januar 2015, 05:00 Uhr

Orkan „Felix“ ist auch an Glückstadt nicht spurlos vorübergezogen. Nachdem es bereits am Freitagabend aufgrund des Orkantiefs „Elon“ eine Sturmflut gegeben hatte, hieß es sowohl Sonnabend als auch gestern an den Häfen Glückstadt und Kollmar wieder „Land unter“.

Dabei hielt sich der „Blanke Hans“ erneut nicht an die Prognosen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie und fiel deutlich höher aus: 2,05 Meter über dem mittleren Tidehochwasser waren es Sonnabendabend und als gestern Morgen kurz nach 5 Uhr die schwere Sturmflut stetig in Richtung 2,80 Meter kletterte, forderte das Ordnungsamt vorsorglich die Feuerwehr zur Sicherung der oberen Hafenstöpe an. Grund: Ab einem Plus von drei Metern und entsprechenden Wellenschlag würde die Elbe bei offener Stöpe ansonsten in Richtung Innenstadt schwappen.

Auch in Kollmar wurde gestern kurz vor sechs Uhr die Feuerwehr vom Deichgrafen wegen einer Stöpenschließung am Hafen angefordert. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass das Elbwasser nicht über den für Kollmar kritischen Punkt steigen würde.

Für die Freiwillige Feuerwehr Glückstadt war dies der achte Sturm-Einsatz des Wochenendes. Meist wurden die Brandbekämpfer gerufen, weil – wie zum Beispiel am Burggraben – Bäume umzustürzen drohten. In der Großen Nübelstraße, Königsberger Straße und Am Kommandantengraben war die Feuerwehr im Einsatz, weil sich dort auf Gebäuden Dachteile gelöst hatten oder Dachziegel auf den Gehweg gestürzt waren. Meist beschränkte sich die Tätigkeit der Retter wegen der orkanartigen Böen aber nur auf die Sperrung des Gefahrenbereichs. So auch am Glückstädter Außenhafen, wo auf dem an der Pier liegenden betagten Frachter „Kappeln“ lose Blechplatten gefährlich am Brückenhaus klapperten.

Die Bilanz von Polizei und Feuerwehr sowie Hafenbetreiber fiel gestern trotzdem unspektakulär aus. Außer jede Menge Treibsel erinnerte drei Stunden nach Hochwasser kaum noch was an die Sturmfluten. Auch an der Spundwand zur Docke blieb – anders als im Dezember 2013 – dieses Mal alles heil. Bei deutlich nachlassendem Sturm konnte auch die Elbfähre gestern gegen 10 Uhr zunächst ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Wie die Polizei ergänzend mitteilt, haben sich am Wochenende auch zwei sturmbedingte Verkehrsunfälle mit Sachschaden ereignet. Nach Angaben der Beamten wurde Sonnabendnachmittag gegen 14.30 Uhr der VW eines 75-jährigen Kollmaraners von einer Sturmböe erfasst und beim Durchfahren des Kreisels Haarsmühle von der Fahrbahn gedrückt. Das Auto des Rentners geriet dadurch gleich zu Beginn der Straße An der Chaussee auf eine Mittelinsel und war nicht mehr fahrbereit. In Horst wurden zwei auf dem Parkplatz an der Sporthalle am Heisterender Weg abgestellte Fahrzeuge von herabfallenden Ästen erheblich beschädigt.

Im Herzhorner Ortsteil Lesigfeld erfasste Sonnabendmittag eine Sturmböe den Nissan einer 28-jährigen Autofahrerin aus Glückstadt. Sie war in Richtung Dückermühle unterwegs, als ihr Pkw witterungsbedingt nach links von der Landesstraße abkam und eine Leitplanke touchierte. Die Leitplanke wurde leicht beschädigt. Am Auto entstand ein Schaden von mindestens 1000 Euro.

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