Verkehrsregelung in Wilster : Land stoppt Engpass-Ampel

Viele Autofahrer und Anlieger kennen das: Wenn einem in der Rathausstraße ein landwirtschaftliches Gefährt, ein Laster oder ein Bus entgegenkommt, hilft nur noch Ausweichen auf den Bürgersteig.
Viele Autofahrer und Anlieger kennen das: Wenn einem in der Rathausstraße ein landwirtschaftliches Gefährt, ein Laster oder ein Bus entgegenkommt, hilft nur noch Ausweichen auf den Bürgersteig.

Einziger Anbieter zu teuer. Nachricht aus Kiel löst Entsetzen und Unverständnis bei Kommunalpolitikern aus.

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17. März 2018, 08:14 Uhr

Alle Zeichen waren längst auf Grün geschaltet, jetzt hat das Land die Installation einer Engpass-Ampel für die Rathausstraße überraschend gestoppt. Um endlich den Begegnungsverkehr für schwere Lastwagen, Busse und vor allem für landwirtschaftliche Gespanne in den Griff zu bekommen, sollte hier eine „intelligente Lichtzeichenanlage“ aufgebaut werden. Wie sich jetzt herausstellte, gibt es auf dem Markt dafür aber nur einen einzigen Anbieter – und der verlangt offenbar exorbitante Preise.

Die schlechte Nachricht aus der Amtsverwaltung verbreitete sich zunächst wie ein digitales Lauffeuer unter den Mitgliedern der Wilsteraner Ratsversammlung. Für das Kinder- und Jugendparlament gab es die Information dann sogar exklusiv. Sozialausschussvorsitzender Carsten Schröder ließ die Bombe in seinem „Bericht aus der Kommunalpolitik“ platzen. „Es scheint, als gebe es keinen vernünftigen Anbieter. Das Land habe lediglich ein einziges Angebot bekommen. Und dann wurde die Ausschreibung zurückgezogen, weil die Umsetzung zu teuer ist“, fasste der Ratsherr die bislang vorliegenden Informationen kurz zusammen. Konkrete finanzielle Größenordnungen sind offenbar noch nicht bekannt.

Dabei hatte das Land als Verantwortlicher für die Landesstraße nach jahrelangen und zähen Verhandlungen zuletzt seine Zusage – auch zur Kostenübernahme – gegeben. „Das ist mehr als ärgerlich“, reagierte der Sozialdemokrat noch zurückhaltend, sprach aber auch von einem vorgezogenen Aprilscherz. Seine CDU-Kollegin Maren Hayenga wurde da deutlicher: „Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Wir fühlen uns regelrecht verarscht.“ Die Sprecherin des Kinder- und Jugendparlament und selbst Anwohnerin der durch die Verkehrssituation arg gebeutelten Rathausstraße, Tjara Rogge, meinte nur: „Ich bin sprachlos.“

Nachdem alle anderen Lösungen wie innerstädtische Umleitungen oder auch ein Ausweichen auf die für Traktoren sonst nicht zugelassene Bundesstraße 5 endgültig verworfen worden waren, sollte eine Ampel installiert werden, die mittels spezieller Sensoren immer dann automatisch für eine Einbahnstraße sorgte, wenn sich besonders breite Fahrzeuge näherten. Wochenlang hatten Anwohner und Autofahrer im vergangenen Jahr eine Testphase mit einer simplen Baustellenampel über sich ergehen lassen. Das allerdings hatte in Stoßzeiten für längere Staus im Zentrum gesorgt. Carsten Schröder, hauptberuflich Leiter einer Berufsschule in Buxtehude: „Wir bilden bei uns Mechatroniker aus. Vielleicht sollte ich die Schüler mal mit dem Thema in Kontakt bringen.“ Er regte spontan an, noch einmal die B 5-Umgehung vorzuschlagen. Maren Hayenga hat da wenig Hoffnung: „Mit dem dortigen Ausbau wird die Chance dafür noch geringer.“

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