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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 20:15 Uhr

Bahn : Land soll endlich handeln

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach zusätzlichen Geldern aus Berlin fordern Kellinghusener Umsetzung der Pläne. Doch Kiel muss noch einmal nachrechnen.

Der Kaufmännische Verein (KVK) nimmt die Landespolitik beim Wort: „Der Bund hat reagiert, jetzt tut auch was.“ Das Bahnsignal in Richtung Störstadt müsse wieder auf „grün“ gestellt werden. Grund dafür sind deutlich erhöhte Nahverkehrszuschüsse aus Berlin. Gleich nach der Meldung vom Ausgang der Bund-Länder-Verhandlungen um eine Aufstockung der Regionalisierungsmittel zeigt der Kaufmännischen Verein (KVK) mit seinem Pro-Bahn-Banner, in welche Richtung die Weichen gestellt werden müssen. „Jetzt fordern wir das Versprechen des Landes ein“, sagt der Vorsitzende Timo Laackmann. Bei der Übergabe der rund 2000 Unterschriften einer KVK-Umfrage 2014 habe Verkehrsminister Reinhard Mayer zugesagt, sobald der Bund mehr Geld überweise, solle die Streckreaktivierung in Angriff genommen werden. „Jetzt steht dem Vorhaben nichts mehr entgegen“, unterstreicht Martin Dethlefsen.

Auch der FDP-Ortsvorsitzende Horst Gabriel und der FDP-MdL Oliver Kumbartzky freuen sich über die positive Nachricht: Einer Reaktivierung der Bahnstrecke Wrist-Kellinghusen stehe finanziell nun nichts mehr im Wege. Jetzt müsse sich die Landesregierung endlich zu dem Bahnprojekt bekennen und bei der Umsetzung aufs Tempo drücken. Investitionen dürften nicht nur an der Ostküste getätigt werden, sondern auch im Westen und in der Metropolregion Hamburg, ergänzt Gabriel. „Das Land will mehr Nahverkehr, nun kann es zeigen, wie es geht.“

Der Bund hatte den Ländern beim Flüchtlingsgipfel am vergangenen Donnerstagabend mehr Geld für den öffentlichen Nahverkehr zugesagt (wir berichteten). Mit der Zusage aus Berlin endet ein langer Streit über die Regionalisierungsmittel, der auch die Wiederinbetriebnahme der Strecke Kellinghusen-Wrist ausstoppte. Künftig erhöht der Bund zum einen seine Zuschüsse für den Betrieb von Regionalzügen und Bussen deutlich: Statt bisher 7,3 Milliarden Euro sollen die Länder nächstes Jahr acht Milliarden erhalten und dann bis 2030 jährlich weitere 1,8 Prozent mehr. Daher steigen die Bundesgelder für den Nahverkehr im nördlichsten Bundesland von 233 Millionen Euro auf 255 Millionen im nächsten und 287 Millionen in fünf Jahren an. „Allerdings muss der Vermittlungsausschuss jetzt noch zustimmen“, sagt Harald Haase, Sprecher im Kieler Verkehrsministerium. Dies geschieht vermutlich im Oktober. Und dann wird im Ministerium gerechnet. Und zwar wird ermittelt, ob die zusätzlichen Mittel des Bundes reichen, den Inflationsausgleich, der unter anderem durch die Preissteigerungen bei Energie, Personal und Trassennutzung entsteht, auszugleichen. „Danach wird ein konkreter Zeitplan erarbeitet.“ Das Land würde die Projekte priorisieren und zuvor auch noch einmal vor Ort mit Vertreter der Kommunen sprechen und nachfragen, wie groß der Wunsch nach Umsetzung sei, so Haase.

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