Land fördert Isit-Labor mit 1,3 Millionen

Buchholz
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Andreas Olbertz. von
26. August 2019, 14:40 Uhr

Itzehoe | Das ist doch mal eine gute Nachricht für Itzehoe: Das Kieler Wirtschaftsministerium fördert ein Speziallabor im Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (Isit) mit gut 1,3 Millionen Euro. Minister Bernd Buchholz überreichte gestern den Bewilligungsbescheid an Isit-Leiter Axel Müller-Groeling.

„Das Marktpotenzial dieser Entwicklung ist riesig und kann im echten Norden einen enormen Wachstumsschub auslösen“, sagte Minister Buchholz. „Gelingt auch die Automatisierung dieses Verfahrens, wäre das Isit sogar die weltweit einzige Einrichtung mit entsprechenden Fertigungsmöglichkeiten.“

Konkret geht es um die „Herstellung dreidimensionaler Mikrostrukturen aus gebundenen Pulvermaterialien“. Langfristiges Ziel sei die automatisierte Produktion spezieller Bauelemente für Mikroelektromechanische Systeme (Mems), die Halbleitertechnik mit Mikromechanik verbinden.

Üblicherweise bilden Mems ein System aus mehreren Komponenten mit Abmessungen im Bereich von Tausendstel Millimetern. Sie kommen unter anderem in der Sicherheits-, Medizin- und Automobiltechnik, in den Biowissenschaften oder in der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik zum Einsatz. Anwendungen könnte die Produktion von Sensoren zur Überwachung von Stromnetzen oder von adaptiven Beleuchtungssystemen für Autoscheinwerfer oder Head-Up-Displays sein.

Allerdings sind die bisher bekannten Techniken der Mems-Herstellung begrenzt, sodass die Produktion oft nicht auf wirtschaftliche Weise zu realisieren ist.

Gelingt die Automatisierung des Verfahrens, könnten am Isit zunächst Arbeitsplätze für eine Pilotproduktion geschaffen werden. Im Fall einer Serienproduktion könnte der Prozess an ein regionales Unternehmen oder ein noch zu gründendes Spin-Off übertragen werden.

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