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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 14:24 Uhr

Lage für Wehr bleibt brenzlig

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Trotz Werbekampagne kommen zu wenig Freiwillige

Wehrführung und Gemeindevertretung waren sich in der Sache einig: Die Freiwillige Feuerwehr Beidenfleth braucht dringend mehr aktive Mitglieder, damit die Eigenständigkeit der Ortswehr erhalten bleibt. Doch auf die Frage, wie neue Mitglieder gewonnen werden können, gab es noch keine Antwort. „Wir können doch niemanden zwingen“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Friedhelm Peetz in einer Sitzung der Gemeindevertretung. Hier hatten Wehrführer Klaus Voß und sein Vize Karl-Heinz Langner die Problematik noch einmal zur Sprache gebracht.

Um der Personalnot Herr zu werden, habe die Feuerwehr Flyer verteilt und zu einem Info-Nachmittag eingeladen. Den großen Wurf habe man damit aber nicht landen können. Nur ein einziger Beidenflether habe Interesse für eine Mitarbeit bekundet. Inzwischen sei ein zweiter junger Mann an die Feuerwehr herangetreten, um hier mitzuarbeiten, berichtete Klaus Voß. Insgesamt beklagte er sich über eine „große Ignoranz und Teilnahmslosigkeit“ der Bevölkerung, die offenbar nicht genügend motiviert sei, in die Wehr einzutreten. „Besonders in der Altersgruppe 30 bis 45 Jahre klafft ein Riesenloch“, teilte der Wehrführer mit. Er appellierte an jeden einzelnen Gemeindevertreter, junge Männer für die Feuerwehr zu begeistern und sie anzuwerben. „Wenn das nicht gelingt, ist unsere Feuerwehr am Ende“, bedauerte Voß. Mit den möglicherweise zwei neuen Aktiven würde die Wehr knapp über der Sollstärke liegen. „Die Gemeinde könnte von sich aus etwas tun“, meinte sein Stellvertreter Karl-Heinz Langner.

Seitens der Verwaltung bestätigte Thorsten Franck die dramatische Situation. „Angesichts der Einwohnerzahl dürfte es einen solchen Engpass eigentlich nicht geben“, stellte der Chef des Ordnungsamtes fest. Sollte die Sollstärke unterschritten werden, blieben nur zwei Alternativen: entweder die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr oder der Anschluss an eine größere Wehr wie beispielsweise Wewelsfleth.

Bei einer Pflichtfeuerwehr würden geeignete Bürger zum Brandschutz eingezogen – ähnlich wie früher bei der Bundeswehr. „Wer nicht kommt, muss Bußgeld zahlen“, warnte Franck. Der Wehrführer würde dann von der Gemeindevertretung bestimmt, die Kameradschaftskasse aufgelöst und das Vermögen an die Gemeinde fließen. Bei einem Anschluss an die Nachbarwehr Wewelsfleth verliere die Gemeinde jede Mitbestimmung über Feuerwehrangelegenheiten. Das liege dann bei den Wewelsflether Kommunalpolitikern. Sie allein würden dann festlegen, wie der Brandschutz in Beidenfleth künftig geregelt werde.

Der stellvertretende Bürgermeister Friedhelm Peetz sah ein: „Wir brauchen eine eigenständige Feuerwehr, die nicht fremdbestimmt wird.“ Damit appellierte er an alle Bürger, sich in der Feuerwehr zu engagieren.

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erstellt am 02.Nov.2015 | 10:03 Uhr

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