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Azubiz : Laborant zwischen Milch und Mathematik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Welcher Beruf passt zu mir? Auf der Berufsmesse AzubIZ am 13. September 2013 können Schüler sich über verschiedene Berufe informieren. Vorab stellen wir einige Ausbildungsberufe vor. Heute: Milchwirtschaftlicher Laborant.

Silberne Edelstahlrohre schlängeln sich durch die Hallen der Breitenburger Milchzentrale. Die Maschinen sorgen für einen konstanten Lärmpegel, die Luft ist warm und riecht milchig. Ein riesiger Behälter dreht sich und produziert so kiloweise Butter.

Ein paar Meter darüber befindet sich das Labor – der Arbeitsplatz von Tobias Alpen. Der 21-Jährige hat gerade seine Ausbildung zum Michwirtschaftlichen Laborant abgeschlossen. „Ein interessanter Job mit viel Abwechslung“, findet er.

Gemeinsam mit seinen Kollegen kontrolliert er, dass die Milch unterschiedlichen Anforderungen genügt. PH-Wert, Säuregehalt, Keime, Antibiotika – sowohl bei der Anlieferung als auch während des Produktionsprozesses werden Proben entnommen und von den Laboranten untersucht. „Je nachdem, was wir herausfinden wollen, nutzen wir dafür chemische oder mikrobiologische Verfahren,“ erklärt Tobias Alpen. Er hat sich schon zu Schulzeiten für naturwissenschaftliche Fächer interessiert.

Eine gute Grundlage für die Ausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laborant. Denn während der drei Lehrjahre gibt es neben dem betrieblichen Teil auch jedes Jahr zwei Mal mehrere Wochen Blockunterricht im Internat in Malente. 16 Auszubildende aus ganz Schleswig-Holstein waren im Jahrgang von Tobias Alpen. „Davon waren vier Jungs – verglichen mit anderen Jahrgängen sind das schon viele“, sagt er. Unter der Woche wohnen während des Blockunterrichts alle im Internat.

Dort stehen dann Fächer wie Bio, Chemie und fachspezifisches Rechnen („das ist eigentlich Mathe“) auf dem Stundenplan. Die Auszubildenden lernen aber außerdem auch Labortechnik, Englisch und Milchwirtschaft, also wie die Produkte hergestellt werden. „Für die kommenden Jahrgänge wird die Struktur etwas verändert“, erzählt Tobias Alpen. „Statt Fächern gibt es dann Lernfächer, die bestimmte Vorgänge, wie beispielsweise die Herstellung von Milch, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.“

Butter, Käse und Konzentrate wie Magermilch oder Molke werden in der Breitenburger Milchzentrale hergestellt. Wie bei der Lebensmittelproduktion üblich, herrschen auch hier strenge Hygienevorschriften. Bevor Tobias Alpen seinen Dienst im sogenannten „Weißbereich“ beginnt, muss er darum Jeans und T-Shirt gegen weiße Arbeitsbekleidung und Haarnetz tauschen. Am Eingang zu den Produktionshallen muss er außerdem eine Hygieneschleuse passieren, an der Hände gewaschen und Schuhe abgebürstet werden. Auch Schmuck oder Uhren sind aus hygienischen Gründen nicht erlaubt.

Wer sich zum Milchwirtschaftlichen Laborant ausbilden lassen will, sollte neben einem grundsätzlichen Interesse an Naturwissenschaften auch die Fähigkeit mitbringen, genau zu arbeiten. „Wenn etwas abgemessen wird, kommt es bei uns auf jedes Milligramm an“, weiß Tobias Alpen. Außerdem wichtig: Teamarbeit. Und am besten keine Vorliebe fürs Ausschlafen – denn die erste Schicht in der Breitenburger Milchzentrale beginnt bereits morgens um fünf Uhr.

 


> Infos zur Messe: www.azubiz.info

 

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erstellt am 10.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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