Kurt Lindemann neuer Bürgermeister

 Bürgermeister und Stellvertreter: Kurt Lindemann (links) und Horst Napierski wurden in Quarnstedt gewählt.  Foto: Hinz
Bürgermeister und Stellvertreter: Kurt Lindemann (links) und Horst Napierski wurden in Quarnstedt gewählt. Foto: Hinz

Der neue Chef der Gemeindevertretung wünscht sich eine offene und faire Kommunikationskultur im Dorf

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29. Oktober 2011, 07:04 Uhr

Quarnstedt | Nach einem halben Jahr ohne Bürgermeister und Gemeindevertreter hat Quarnstedt wieder eine politische Vertretung. Bei ihrer konstituierenden Sitzung im Dörpshuus wurde Kurt Lindemann (63) von den neun Gemeindevertretern zum neuen Bürgermeister gewählt. Sein Stellvertreter ist Horst Napierski (50). Zum 2. Stellvertretenden Bürgermeister wurde Ehrhard Schott gewählt. Die alte Vertretung war im Streit um die Erweiterung der Gasverdichterstation zurückgetreten.

Die 20 Punkte umfassende Tagesordnung arbeitete die neue Vertretung im Schnelldurchgang ab, die Sitzung endete inklusive der Einwohnerfragestunde schon nach einer Stunde. Alle Wahlen wurden in offener Abstimmung und einstimmig abgehalten.

Kurt Lindemann sprach besonders mit Blick auf die Vorkommnisse im Dorf aus der vergangenen Zeit einige grundsätzliche Worte über seine Vorstellung der zukünftigen Arbeit. Er dankte den Vertretern für das Vertrauen und stellte ihre Verantwortung für die restliche Legislaturperiode heraus. "Es liegen schwere Aufgaben vor uns. Wir werden das aktuell Machbare anpacken und umsetzen", versprach er. Man begreife das Mandat aber nicht als Last, sondern als Herausforderung und wolle die Probleme nicht alleine, sondern gemeinsam angehen. Die Gemeindevertretung werde sich nicht als "geschlossene Gesellschaft" sehen. "Wir haben keinen Alleinvertretungsanspruch, sind nicht im Besitz der allerletzten Weisheit", sagte er. Die Kommunalpolitiker seien vielmehr offen für Meinungen und Impulse von außen. Er wünschte sich eine offene und faire Kommunikationskultur und rief alle dazu auf, die Angelegenheiten des Dorfes mitzubestimmen und nicht erst bei Unzufriedenheit aktiv zu werden. Er endete mit einem Zitat der Bundeskanzlerin: "Demokratie ist nicht immer eine Sache von gemeinsamer Meinungsbildung, sondern ein Geschäft der Meinungsbildung vieler." Der Respekt unterschiedlicher Meinungen sollte dabei im Mittelpunkt stehen.

Schließlich sagte er auch deutlich: "Es muss Schluss sein mit gezielten Unwahrheiten, mit anonymen Briefen und Bedrohungen. Diese sind aufs Schärfste zu verurteilen und müssen der Vergangenheit angehören. Wir laden alle dazu ein, sich für unser Dorf aktiv einzusetzen. Es lohnt sich wirklich", endete er unter Applaus.

Darüber hinaus will die Gemeindevertretung ihre Hauptsatzung ändern, um die Ausschussarbeit zu intensivieren. "Die Satzung bedarf ohnehin der Anpassung, weil sie einige nicht mehr aktuelle Positionen enthält", so Kurt Lindemann. Die Gemeindevertreter haben vor, den Kreis der bürgerlichen Mitarbeit zu erweitern, um eine breitere Plattform zu bekommen. "So können sich dann Interessenten zu einem späterem Zeitpunkt noch bereit erklären, mitzuarbeiten."

Der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Kellinghusen, Sven Wilke, machte den Vorschlag: "Sie könnten auch einen nicht-ständigen Ausschuss als Sonderausschuss einberufen, der im Sinne der Gemeindeordnung gesetzlich geregelt ist. Beispielsweise könnte dann ein Sonderausschuss Gasverdichterstation der Vertretung direkt zuarbeiten."

Weitere Themen der nächsten Zeit werden die Schulwegsicherung und der geplante Bau der Gasverdichterstation sein. Deshalb kündigte Kurt Lindemann an, kurzfristig eine Einwohnerversammlung einzuberufen.

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