Kurator Sebastian Stein – Teil der Kunstgruppe

Leitet jetzt das Kunsthaus M1der Boskamp-Stiftung: Sebastian Stein.
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Leitet jetzt das Kunsthaus M1der Boskamp-Stiftung: Sebastian Stein.

Boskamp-Stiftung vergibt in diesem Jahr wieder zwei Förderpreise

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30. Januar 2015, 18:29 Uhr

Das M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung hat wieder einen neuen Kurator: Sebastian Stein trat seine Leitungsstelle an und wird bis Mitte 2016 für die Veranstaltungen im privaten Kunsthaus verantwortlich sein.

Zum ersten Mal hatte die Arthur Boskamp-Stiftung ihre Kuratorenstelle öffentlich ausgeschrieben und erhielt daraufhin 85 Bewerbungen, auch aus dem Ausland. Der Ausschreibungstext forderte eine Person „mit einer deutlichen Haltung zu gesellschaftlichen und politischen Fragen“, die „kuratorische Formate und – gemeinsam mit ihrem Produzent – künstlerische Formen erprobt oder erarbeitet“. Besonderen Stellenwert bilden der ländliche Standort und die daraus resultierende Relevanz aktiver Kommunikation und Vermittlungsarbeit. Sebastian Stein erhielt den Zuschlag. „Er passt wie die Faust aufs Auge!“ freut sich Ulrike Boskamp, Vorsitzende der Arthur Boskamp-Stiftung.

Eine seiner ersten Aufgaben war die Ausschreibung der beiden diesjährigen Förderpreise. Mitte Februar ist Bewerbungsschluss. Dann werden die Mappen gesichtet von dieser Jury: Ulrike Boskamp, Sebastian Stein, Ulrike Kremeier (Direktorin Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus) und Stephan Dillemuth von der Münchner Akademie der bildenden Künste.

In Hannover aufgewachsen, studierte Stein Ethnologie und Romanistik. Durch seine Abschlussarbeit über drei afrikanische Künstlerinnen in Europa betrat er sein jetziges Berufsfeld, fand schnell Gefallen am Konzipieren neuer künstlerischer Konzepte. Als Kurator arbeitete er in Berlin, Brüssel und Paris. Seit sechs Jahren wohnt und arbeitet er in München und bespielte mit drei Partnern lange einen städtischen Kunstraum. Für seine neue Tätigkeit wird er einmal im Monat für mehrere Tage aus München anreisen und sich vor Ort seinen Projekten widmen.

Wie sieht er seine Aufgabe im M.1? „Ich finde den Begriff Kurator schwierig. Wenn ich eine Gruppe einlade, bin ich ein Teil von ihnen. Was am Ende vermittelt wird, ist nicht klar.“ Es geht auch ihm, wie seinen direkten Vorgängern im M.1 Michael Bonk und Annette Hans, darum, dass die Rezipienten vor künstlerischer Arbeit ins Grübeln, mit anderen ins Gespräch kommen. Die Sinnsuche überlässt er den Besuchern. Gleichgültigkeit geht gar nicht. „Etwas ,richtig Scheiße!’ finden ist auch gut!“ stellt Stein fest.

Neben verschiedenen Projekten mit Künstlern wird sich eine hausinterne Gesprächsreihe durch seine neue Kuratorenzeit ziehen: Mit vier Kollegen aus München, London, Glasgow und Berlin dreht sich die Diskussion um konzeptionelle Fragen von Kunstprojekten. „Das M.1 ist dafür ein idealer Ort. Die Abgeschiedenheit bietet viel Zeit für konzentriertes Arbeiten.“


>Dieses Jahr vergibt die Arthur Boskamp-Stiftung zwei Förderpreise für 18 Monate. Darin enthalten sind 3000 Euro Preisgeld und die freie Nutzung einer eigenen Wohnung mit Atelier im Hause für drei Monate. Das geförderte Projekt wird abschließend im M.1 präsentiert und mit einer Publikation dokumentiert. Näheres unter www.arthurboskamp-stiftung.de.

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