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Norddeutsche Rundschau

26. Juli 2017 | 22:31 Uhr

Kunstprojekt: Schüler lernen vom Profi

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Fast Ferien. In den Schulen läuft nicht mehr viel – sagt zumindest ein Vorurteil. Doch nach wie vor geht es nicht nur um die Noten im Zeugnis. Die Schulen nutzen die Zeit auch für viele besondere Aktionen. Wir stellen in einer Serie Beispiele vor. Heute: Sophie-Scholl-Gymnasium.

Mit klaren Vorgaben, wenig Material zur Auswahl und viel Kreativität waren die Zehntklässler des Sophie-Scholl-Gymnasiums (SSG) dabei – entstanden sind bei ihrem Kunstprojekt mit Künstler Henning Haupt „ganz viele ganz persönliche Arbeiten“, freute er sich.

Unter dem Titel „Schnelle Linie, großer Raum“ arbeitete der gebürtige Itzehoer, der nun an der Universität in Fort Lauderdale/Florida Architekturdesign lehrt, drei Tage lang mit den Schülern. Der Wunsch, an dem Kunstprojekt teilzunehmen, war bei den Gymnasiasten groß. „Die Schüler sind alle freiwillig dabei“, freute sich Schulleiterin Angelika Hartmann.

Kunstlehrerin Joanna Seyda sieht in dem Projekt eine besondere Bereicherung für die Schüler. „Wir wollten die Möglichkeit bieten, hinter die Fassaden zu schauen“, erzählt sie. Im normalen Kunstunterricht sei die Herangehensweise „eher pädagogisch, hier ist jetzt die Kunst im Fokus“, erklärt Seyda.

Der Unterschied wird in den an den drei Tagen entstandenen Werken der Schüler schnell deutlich. Linien ziehen sich übereinander und untereinander über das großformatige Papier und bilden ein Muster, das die Schüler selbst erschaffen haben. „In der Schule werden die Schüler darauf trainiert, erst zu überlegen, was sie tun, jetzt möchte ich, dass sie sich frei in unbekanntes Terrain stürzen“, beschrieb Henning Haupt sein Projekt.

Schon mehrfach hat er Kunstprojekte wie dieses mit Schulen veranstaltet. Haupt sieht in seinem Konzept wichtige Aspekte, die die Schule so nicht abdecke. „Diese Kombination aus strukturiertem und freiem Schaffen ist eine ganz besondere Art der Persönlichkeitsentwicklung, die in jedem Beruf sinnvoll ist“, erklärte der Künstler. Die Arbeitsatmosphäre sei deshalb eher „konzentriert-lässig“.

Die Schüler waren alle hochkonzentriert dabei und merkten selbst, dass sie Fortschritte machten. „Unsere kleineren Bilder waren nicht so gut, jetzt haben wir einen Ausschnitt gemalt und sind zufrieden“, erzählte Sophie Prüß, die gemeinsam mit Jana Stübe an einem Bild arbeitete. Mit der konstruktiven Kritik von Haupt und der freien Art der Umsetzung „ist alles anders als im Unterricht, man lernt aber viel mehr“, findet Sophie. Für Jana war es der Anfang eines Werkes, der schwer fiel. „Man muss sich auf das Bild einlassen“, beschrieb die
16-Jährige. Sei das aber erst einmal geschafft, sei die Arbeit leicht. „Wir sind uns immer einig“, erklärte Sophie den Grund für ihre Zusammenarbeit mit Jana.

Die anderen Schüler malten allein an ihren Kunstwerken – auch das hatte Haupt den Schülern freigestellt. „Sie können arbeiten, wie es ihnen passt, das hier sind die spontanen Dinge, die zu systematischen Arbeiten werden“, erzählte Haupt. Die entstandenen Werke können sich sehen lassen, fand Angelika Hartmann: „Das sieht alles richtig gut aus.“
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Die Ausstellung „18831/1 up to 18836/3 von Henning Haupt wird morgen um 17 Uhr in der Galerie 11 in der Breitenburger Straße 1 eröffnet.

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