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Kultur-Event : Kunstgriff – eine starke Idee setzt sich durch

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

200 Akteure an 22 Orten stellen in diesem Jahr in Dithmarschen 59 Kultur-Events auf die Beine. Zur Eröffnung kam auch Kultusministerin Anke Spoorendonk. Unterm Strich sei der Dithmarscher Kunstgriff damit ein „Vorbild für unser Land“.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 19:30 Uhr

Der Dithmarscher Kunstgriff ist und bleibt ein genialer Kunstgriff – das machten einmal mehr die Redner deutlich, die anlässlich der Eröffnung der diesjährigen Veranstaltungsreihe ins Kreishaus gekommen waren. 200 Akteure an 22 Orten stellen in diesem Jahr unter Federführung des Vereins für Volkshochschulen 59 Kultur-Events auf die Beine. In der Summe im Lauf der Jahre sollen es über 700 Veranstaltungen mit mehr als 600 Künstlern gewesen sein, wie Landrat Dr. Jörn Klimant eine Bilanz zog.

Er und Festrednerin Anke Spoorendonk, Schleswig-Holsteins Ministerin für Kultur, arbeiteten beide die Wesenszüge des Kunstgriffs heraus, die Jahr für Jahr den Erfolg garantieren. Für Klimant ist es das gelungene Nebeneinander von Profi- und Freizeit-Künstlern. Es sei ein „zutiefst demokratisches Projekt“, weil alle, die mögen, mitmachen dürfen. Da machten Gegensätzlichkeiten ja gerade „die besondere Note“ des Festivals aus. Vor allem das offene Konzept mit Zugang für jeden gehe auf, getragen von der logistischen Unterstützung der öffentlichen Hand unter einem gemeinsamen Marketingdach. Schmunzelnd betonte der Landrat, dass der Kunstgriff – anders als bei vielen anderen Themen – auch von den Politikern nie ernsthaft in Frage gestellt worden sei.

Rund 150 Gäste waren gespannt, wie wohl die Kulturministerin das 17-tägige Event bewerten werde. Anke Spoorendonk lobte „die enorme Breite und Tiefe“, die nicht mit Vorgaben eingegrenzt werde und damit genau dem Freiheitswillen der Dithmarscher entspreche. „Für eine starke Idee findet sich eben immer ein Weg.“ Unterm Strich sei der Dithmarscher Kunstgriff damit ein „Vorbild für unser Land“. Wie sehr Schleswig-Holstein kulturelle Angebote benötige, sei ihr kürzlich im Gespräch mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer besonders deutlich geworden. Fach- und Führungskräfte schauten genau hin, ob im Umfeld zukünftiger Arbeitgeber ein Kultur-Angebot vorhanden sei. „Damit ist Kultur längst nicht mehr ein weicher, sondern ein harter Standortfaktor für Schleswig-Holstein.“

Dann wurde die Ministerin grundsätzlich: Die Menschen vergewisserten sich über die Kunst in ihrer Heimatregion ihrer selbst – folglich bilde Kunst „das Fundament für Gelassenheit und Weltoffenheit“ in einer globalisierten Welt. Darum habe sie auch 2014 zum „Jahr der kulturellen Bildung“ erklärt. Was dabei machbar sei, werde sie am 23. September mit Experten im Landeshaus erörtern.

Nach so tiefgründigen Worten genossen die Gäste reichlich Kultur vom Feinsten: Friedrich Heusinger von Waldegg und Tjark Schönball von der Dithmarscher Musikschule führten am Klavier Werke von Ernesto Lecuona und Nikolai Kapustin auf. Klaus Augustin trug zur Gitarre unter anderem ein vertontes Gedicht des jüdischen Lyrikers Theodor Kramer vor. Und die Rockinitiative Dithmarschen lud zur „Beatlemania“: Solisten und eigens für diesen Anlass gegründete Formationen präsentierten Songs der Beales in höchst unterschiedlichen Versionen.




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