Kunst unter Bäumen

Kreuzweise präsentierten sich die Kirchplatz-Bäume am Eingang der Schau. Für die Werke von Wiebke Möller (kl. Foto) interessierten sich viele Besucher.  Fotos: Jürgen Kewitz
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Kreuzweise präsentierten sich die Kirchplatz-Bäume am Eingang der Schau. Für die Werke von Wiebke Möller (kl. Foto) interessierten sich viele Besucher. Fotos: Jürgen Kewitz

Hinter der Glückstädter Stadtkirche präsentierten am Wochenende vier Künstler aus der Elbstadt ihre besonderen Werke.

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26. Juli 2020, 16:33 Uhr

Glückstadt | Vier Glückstädter Künstler haben am Wochenende etwas Neues auf die Beine gestellt: Sie verteilten am Sonnabend und Sonntag ihre Kunstwerke weiträumig hinter der Stadtkirche zwischen den alten Bäumen. Diese wurden damit selbst Teilnehmende der Ausstellung „Kunst unter Bäumen“. Musikalisch von Thomas Greinke und anderen Glückstädter Musikern umrahmt, kam die von der Kulturförderung des Landes unterstützte Freiluft-Veranstaltung trotz der vom Ordnungsamt auferlegten Corona-Vorsichtsmaßnahmen und des gestrigen unbeständigen Wetters beim Publikum sehr gut an.

Blickt der freischaffende Künstler Michael Krautzig aus seinem Arbeitszimmer im Regenbogenhaus, hat er die Rasenfläche mit den alten Bäumen und die Stadtkirche dahinter vor Augen. Ein idealer Platz, um sich und seine Kunstwerke zu präsentieren, befand der 61-Jährige schon vor vielen Monaten. Es blieb aber zunächst bei der Idee. Und dann kam Corona. Mit zwei Ausstellungen habe er fest gerechnet, doch dann kamen die Absagen – und seine Kunst aus dem Atelier nicht heraus. „Kultur hält und nährt uns. In der Zeit voller Einschränkungen müssen wir Künstler Ausschau nach neuen Möglichkeiten für kulturelle Angebote halten“, sagt Krautzig. Und da war sie wieder: Die Idee einer Ausstellung hinter der Kirche. Er sprach drei weitere über Glückstadt hinaus bekannte Mitstreiter an und rannte bei Wiebke Möller, Margarete Olschowka und Stefan Marken offene Türen ein.

Jetzt traten die vier aus ihren Ateliers ins Freie und präsentierten ihre Bilder, Objekte und Installationen. Gleich am Eingang machte Olschowka vom „Artequarium“ am Glückstädter Binnenhafen mit ihrer aus gelben Seilen bestehenden Installation „Kreuzweise“ neugierig auf mehr. Ein anderer Baumstamm präsentierte sich den Besuchern mit blauen und grünen Seilen.

Beim Bummel durch die Ausstellungswelt traf man immer wieder auf den „Stahlzauber“ von Stephan und Sabine Marken. „Unsere Figuren und Skulpturen entstehen, inspiriert vom Material Stahl, an den Formen der Natur“, beschreiben die beiden 53 und 56 Jahre alten Schlosser ihre Arbeiten. Hierzu gehörten am Kirchplatz ein Teleskop aus uralten Vierkantschlüsseln oder ein Bord in Form einer Rakete. Auf der anderen Kirchplatzseite hatte Wiebke Möller ihre Bilder aufgestellt. Die meisten Motive stammen vom Rhin und der Elbe vor Kollmar. „Ich fange dort zwar die Stimmung ein, am Ende kann das Bild aber überall sein“, erzählt sie. Organisator Krautzig präsentierte wetterfeste Beton-Plastiken oder Keramik-Skulpturen für Innen. Besonders gut fügten sich in die Baumgruppen die recht großformatigen Gemälde ein.

Musiker und Meditationslehrer Thomas Greinke sorgte mit Glückstädter Musikern, darunter Matthias Kuhlke (Sitar, Gitarre), David Schlage (Bratsche, Akkordeon) und Almut Möller (Gesang) sowie dem „Moritz Kruit Blues Trio“ mit einem ausgewählten Hörgenuss der besonderen Art für eine passende Klangatmosphäre.

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