zur Navigation springen

Jugendkulturwoche : Kunst ist nicht richtig oder falsch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zum ersten Mal findet die Jugendkulturwoche auch im Wenzel-Hablik-Museum statt.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Die Kreativität kennt keine Grenze. Jedenfalls nicht an diesem Tag im Wenzel-Hablik-Museum in Itzehoe, wo Jåla Gardiner-Grodt und sechs andere Kinder malen, schreiben und gestalten. Vor dem überdimensionalen Bild „Sternenhimmel“ erarbeiten sie Künstlerisches – für die morgige Präsentation vor Freunden und Verwandten. „Es ist das erste Mal, dass wir im Rahmen der Jugendkulturwoche gemeinsam mit dem Theater eine Veranstaltung im Museum anbieten“, sagt die Leiterin Katrin Maibaum. Ihr Motto ist klar: Kreatives RumschlaWenzeln – mit eindeutigem Bezug zu einem der berühmtesten Maler Itzehoes.

Der Unterschied zur Jugendkulturwoche, die seit mehreren Jahren im Frühjahr im Theater stattfindet: Die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren, die aus dem ganzen Kreis kommen, beschäftigen sich mehr mit Geschichten, Skulpturen und Bildern und nur am Rande mit darstellerischem Spiel. „Wir haben in dieser Form das erste Mal eine kulturpädagogische Kooperation zwischen Theater und Museum“, sagt Maibaum.

„Zu Anfang war es nicht leicht spontan zu sein“, sagt der 13-jährige Justus. Viele Kinder hätten zu Beginn der Woche Angst vor dem kreativen Schreiben gehabt, erzählt Maibaum. Allerdings habe sich das schnell gelegt. Und genau das sei das Ziel: „Die Arbeit soll Spaß machen“, sagt Theaterpädagogin Britta Schramm. „Viele Kinder fragen immer: ,Ist das richtig so?‘ Es dauert ein bisschen, bis sie merken, dass es in der Kunst kein richtig oder falsch gibt.“

So wie bei Jåla Gardiner-Grodt, die im Treppenhaus des Museums ein Bild entdeckt hat – mit riesigen Flammen. „Das fand ich irgendwie toll, und da habe ich mir was einfallen lassen“, erzählt die Elfjährige. Spontan griff sie zum Stift und schrieb eine Geschichte auf, über ein Bild, das lebendig wird – das nachts durchs Museum streift, um böse Geister zu vertreiben, die andere Bilder kaputt machen wollen. Ein wenig erinnert die Geschichte an den Hollywoodfilm „Nachts im Museum“, in dem die Exponate am Tage starr sind, in der Nacht aber Abenteuer bestehen müssen. Nur, dass Jålas Geschichte eben mehr beinhaltet – und ein Werk Habliks als Hauptdarsteller.

Selbstbewusst trägt Jåla ihre Geschichte vor. „Das ist ein Riesenerfolg für uns, die Kinder saugen alle Ideen auf und entwickeln sie weiter“, sagt Katrin Maibaum, die den „Probelauf“ schon jetzt als gelungen bezeichnet. Denn es sei ein Ziel der Jugendkulturwoche, dass die Kinder einen Bezug zur Kunst bekommen – und eben auch Interesse fürs Museum bekämen. „Als ich Schülerin war, wurde man in ein Museum geschleppt, und dann dort zwei Stunden allein gelassen. Da waren wir hilflos. Wir wollen das hier anders machen, hier sollen alle selbst kreativ werden.“ Nur so könne man erreichen, dass Kinder und Jugendliche auch den Mut aufbringen, in andere Museen zu gehen – und natürlich auch ihre Eltern begeistern.

Auch deswegen soll die Veranstaltung zu einer ständigen Einrichtung in den Herbstferien werden. Für die Kinder ist die Veranstaltung kostenfrei, allerdings sind die Plätze wie auch bei der Jugendkulturwoche im Theater begrenzt. „Jetzt haben wir sieben Jugendliche hier, bei zehn wird es dann langsam eng“, sagt Maibaum. Das intensive Arbeiten in einer kleinen Gruppe bezeichnet Schramm dann auch als „Luxus“.

Am Ende werden die jungen Künstler morgen ihre Bilder und Geschichten, Skulpturen und selbst gefilmte Szenen präsentieren. Die einzige Grenze der Kreativität ist dabei die eigene Vorstellungskraft und bei manchen reicht dafür wohl selbst ein Sternenhimmel wie im Hablik-Museum nicht aus.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert