Glückstädter Atelier-Parcours : Kunst im Rundgang

Machen Glückstadtskünstlerische Seite in einem Rundgang durch ihre Ateliers erlebbar (von links): Michael Krautzig, Wiebke Möller, Margarete Olschowka und Thomas Greinke.
Machen Glückstadtskünstlerische Seite in einem Rundgang durch ihre Ateliers erlebbar (von links): Michael Krautzig, Wiebke Möller, Margarete Olschowka und Thomas Greinke.

Glückstadt von der kreativen Seite kennen lernen: „Atelier-Parcours“ lädt zu drei Besichtigungstouren ein.

shz.de von
16. April 2018, 05:09 Uhr

Die See, der Hafen, die Altstadt – die maritime Umgebung inspiriert Künstler zu kreativem Schaffen. Sie arbeiten in Glückstadt, verteilt über das Stadtgebiet hinweg. Einen umfassenden Blick auf ihre Galerien, Ateliers und Werke ermöglichen nun vier Künstler bei einer gemeinsamen Aktion. Michael Krautzig (59) richtet gemeinsam mit drei Künstlerkollegen erstmals einen „Atelier-Parcours“ aus. An drei übers Jahr verteilten Terminen können sich die Teilnehmer bei einem etwa zwei Kilometer langen Rundgang durch die Stadt in dreieinhalb Stunden einen umfassenden Überblick verschaffen.

Jeweils am Sonnabend, 21. April, 30. Juni und 22. September, präsentieren sie bei einer Führung ihre Ateliers und ihre Werke mit zusätzlichem kulturellen Programm. Dieses wird vorgestellt in einem eigens dafür erstellten doppelseitigen Flyer, in dem dem die Stationen sowie die Künstler und die gesamte Aktion dargestellt sind.

Begonnen wird der Rundgang am Bahnhof, „falls jemand mit der Bahn kommt“, so Michael Krautzig. Geeignet für maximal 25 Teilnehmer, geht es weiter in die Glückstädter Kirche.

Um sich gemeinsam auf die Aktion einzustimmen, beginnt der Rundgang dort um 14.30 Uhr mit einer gemeinsamen Meditation, geleitet von Meditationslehrer Thomas Greinke. „Ich werde die Menschen eine halbe Stunde lang in die Stille führen, damit sie den Alltag loslassen und den inneren Blick schärfen können.“ Die Stadtkirche biete sich an, da sie ein sakraler Ort der Stille sei. „Sowohl Kunst als auch Meditation entstehen aus der Stille. Danach können wir uns mit frischem Blick der Kunst widmen.“

Dann geht es in das Atelier von Künstlerin Wiebke Möller am Rhin. „Dieser ist ein besonderer Ort für die atmosphärische Verdichtung meiner künstlerischen Aussagen“, wie sie zum Standort in der ehemaligen Marinehalle. Sie hält in ihren Bildern die geheimnisvollen Lichtverhältnisse der hiesigen Landschaft fest, Schicht für Schicht in Ölmalerei in Lasurtechniken aufgetragen.

An der nächsten Station wartet Margarete Olschowka in ihrem Atelier „Artequarium“ am Binnenhafen mit Zeichnungen, Formen und Schreiben, aber auch mit Fotografie und Installationen auf, forscht und gestaltet sie doch „in alchemistischer Weise“. Mit naturwissenschaftlichem wie auch heilkundlichen Studium ist ihr Atelier für sie Werkstatt, Ausstellungsraum und kulturelle Begegnungsstätte gleichermaßen.

Schließlich geht es ins Atelier von Michael Krautzig, wo er seinen Realismus in vielschichtigen Werken mit zurückgenommenen Farben und einer selbst entwickelten Symbolsprache präsentiert. Neben den Gemälden, meist Öl auf Holz, zeigt er auch einige Plastiken.

Mit der Aktion wollen die Vier die Menschen in ihre Ateliers holen, aber auch Glückstadt interessant machen. Deshalb arbeiten sie mit dem Tourismusbüro zusammen. „Dadurch kann man die Stadt jenseits der üblichen Stadtführungen einmal anders kennen lernen“, so Michael Krautzig. Werden sonst meist die historischen Aspekte betont, so stünden hier einmal künstlerische im Vordergrund.

Über die Präsentation seiner Werke hinaus werde jeder der Künstler ein kleines Programm präsentieren. „Die Aktion ist zunächst ein Versuch, wir wollen sie aber ab jetzt jedes Jahr wiederholen“, kündigt Michael Krautzig an.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen