Drogeriemarktkette : Kunden bedauern das "Schlecker-Aus"

Enttäuscht über die Schließung der Schlecker-Filiale: Elisabeth Alsen aus Oelixdorf. Foto: Althaus
Enttäuscht über die Schließung der Schlecker-Filiale: Elisabeth Alsen aus Oelixdorf. Foto: Althaus

Zehn Filialen sind in Steinburg und Dithmarschen betroffen. Mitarbeiterinnen bangen jetzt um ihre Arbeitsplätze.

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15. März 2012, 11:10 Uhr

Kreise Steinburg/Dithmarschen | Bundesweit 2000 Schlecker-Filialen stehen vor der Schließung. Das insolvente Unternehmen veröffentlichte am Mittwoch eine Liste der betroffenen Märkte. Die Mitarbeiterinnen erreichte die Nachricht am Dienstagabend per Fax. Es handele sich um eine vorläufige Liste, bei der sich noch Ergänzungen ergeben könnten, teilte das Unternehmen mit. Die Schließung der Märkte auf der Liste zum 24. März gilt aber als sicher.
In Dithmarschen machen die Läden in Heide am Markt, in Meldorf in der Süderstraße, in St. Michaelisdonn und Tellingstedt dicht. Im Kreis Steinburg werden die Filialen in Itzehoe am Graf-Egbert-Ring, in Oelixdorf, Kellinghusen, Hohenlockstedt, in Wilster in der Deichstraße und in Glückstadt in der Großen Kremper Straße geschlossen.
"Wir wurden seit Oktober schlecht beliefert"
Die Mitarbeiterin einer betroffenen Filiale im Kreis Steinburg, die anonym bleiben möchte, wundert die Schließung nicht: "Wir wurden seit Oktober schlecht beliefert", sagt sie. Vor allem bei den Zigaretten habe es immer wieder Engpässe gegeben. Und gerade die würden viele Kunden "mal eben" im Schlecker-Markt "um die Ecke" kaufen. Über den Betriebsrat habe sie schon vergangene Woche von der Schließung erfahren. Das offizielle Schreiben der Konzernleitung erreichte sie aber auch erst Dienstagabend. Sie rechnet mit ihrer Entlassung. Schlecker erklärte zwar über Pressesprecher Patrick Hacker, "dass die Schließung eines Markts nicht zwangsläufig mit dem Verlust des Arbeitsplatzes einhergeht." Die Mitarbeiterin hält das für "schönes Gerede".
Sie beklagt das Schweigen der Konzern- und Bezirksleiter in den zurückliegenden Wochen und Monaten. In ihren vergangenen elf Dienstjahren sei sie aber mit dem Arbeitgeber Schlecker immer zufrieden gewesen: "Es ist nicht so, dass wir geknechtet und geknebelt wurden", betont sie entgegen anders lautender Gerüchte. "Uns hat keiner geärgert." Und sie habe "gutes Geld" verdient. Andere Arbeitgeber im Einzelhandel würden wesentlich schlechter bezahlen. Sie hoffe auf die Unterstützung durch eine Transfergesellschaft.
Zweiter Verlust eines Schlecker-Marktes in Glückstadt
Große rote Schilder kündigen in den betroffenen Filialen bereits die Schließung an. Es gibt 30 Prozent Nachlass auf alle Artikel. "Wir danken für die langjährige Treue", heißt es auf den Plakaten. Für Glückstadt bedeutet das "Schlecker-Aus" den zweiten Verlust eines Schlecker-Marktes innerhalb weniger Monate. Erst im Frühjahr 2011 hatte der Drogeriemarkt in Glückstadt-Tegelgrund geschlossen.
In Oelixdorf war der Schlecker der letzte Laden am Ort. Anwohnerin Elisabeth Alsen kaufte regelmäßig dort ein. Ob Zahncreme, Kaffee oder Geschenkpapier - alles habe sie in der Filiale bekommen. "Dann haben wir hier gar nichts mehr. Ich bin noch mobil mit dem Auto. Aber für die älteren Leute ist das schlecht", sagt die 72-Jährige. Ebenso bedauert die 33-jährige Vanessa Kahl, auch aus Oelixdorf, die Schließung: "Mein kleiner Sohn geht auch immer gern hin und kauft sich Süßigkeiten. Und das Schöne ist, dass die Mitarbeiterinnen ihn dort kennen."

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