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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 06:55 Uhr

Zukunftsvision : Kulturzentrum am Stadtpark?

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Vertreter der Stadtwerkstatt stellen dem Schulverbandsvorstand Nutzungspläne für das ehemalige Schulgebäude vor. Das Konzept wird nun verbandsintern diskutiert.

Die alte „Schule am Stadtpark“, ehemals Förderzentrum, steht seit vier Jahren leer. Sie könnte schon bald zu einem Bildungs- und Kulturzentrum von überregionaler Bedeutung werden. Das sind jedenfalls die Vorstellungen der Stadtwerkstatt Wilster, die ihre Idee jetzt dem Vorstand des Schulverbandes Wilstermarsch unterbreitete. Projektleiter Anton Brade und Helmut Wedemeyer erläuterten das Vorhaben.

„Wir wollen nicht immer nur meckern, sondern auch selbst was tun“, betonte Anton Brade. Der 52-Jährige ist Musiker und Kulturmanager und wohnt seit über zwei Jahren in Wilster. Schwerpunkte der künftigen Arbeit sollen Tanz und Theater sein, bei dem sich alle Generationen treffen können. Brade hob das Alleinstellungsmerkmal eines solchen Zentrums hervor, das es weit und breit sonst nirgendwo gäbe. Positive Erfahrungen habe man gemeinsam mit der VHS Wilster bei zwei Projekten – Theaterworkshop und Swingwerkstatt – im vergangenen Frühjahr gesammelt.

„Mit unseren Ideen haben wir sofort große Unterstützung gefunden“, zeigte sich Anton Brade begeistert. Er räumte aber auch ein, dass das Ganze zurzeit noch Theorie sei. Mit der Nutzung von Räumen in dem alten Schulgebäude könne man bis zum Sommer nächsten Jahres ein Probeseminar anbieten. „Den Probebetrieb brauchen wir, um zu testen, ob unsere Angebote angenommen und genutzt werden“, ergänzte Helmut Wedemeyer.

„Wir halten die ehemalige Realschule am Stadtpark für den idealen Ort“, betonte Anton Brade. Er erkannte auch den finanziellen Umfang eines solches Projekt. Dafür wolle man an die großen Wirtschaftsunternehmen des Landes und der Region herantreten, um finanzielle Mittel zu generieren. Außerdem wolle man versuchen, hiesige Handwerksunternehmen als Partner einzubinden, um die Sanierungskosten zu senken.

Inwieweit eine längerfristige Nutzung der alten Schule möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Noch gilt der Beschluss, nach Fertigstellung der Kita-Erweiterung am Klosterhof und dem Auszug der beiden Kita-Gruppen aus dem Schulpavillon alle Gebäude dieses Schulgeländes abzureißen und das stadtparknahe Grundstück für ein größeres Wohnungsbauprojekt zu verkaufen. Gleichwohl könnte die Schule aber auch an die Betreiber des Kulturzentrums verkauft werden. Sie wollen im Januar mit der Sanierung beginnen und schon ab Mai einzelne Veranstaltungen anbieten, ehe im September 2015 der reguläre Betrieb aufgenommen werden könnte. Nach Aussage der Stadtwerkstatt soll ein Startkapital von 100 000 Euro durch lokale Unternehmen und Privatpersonen bis Anfang 2015 eingeworben werden. Der gesamte Investitionsbedarf für Sanierung, Sachmittel und Miete wird mit 483 000 Euro beziffert.

Das Konzept, das die Stadtwerkstatt vorlegte, sieht neben einer baulichen Sanierung der alten Schulgebäude die Einrichtung einer kleinen Teeküche, neue behindertengerechte Sanitärräume, die Renovierung der ersten fünf Räume mit Schaffung eines Tanzsaales mit Spiegelwand, eines Theaterstudios und Foyers sowie die Installation technischer Einbauten für Unterricht und Veranstaltungen vor. In weiteren Bauabschnitten wären die Einrichtung einer Kantine/Stadtküche und der Umbau des Pavillons zu Appartements für Dozenten denkbar. Sogar der Einbau eines Lifts im rechten Flügel des Altbaus wird überlegt.

„Das werden wir alles intern besprechen müssen“, ließ Schulverbandsvorsteher Walter Schulz eine Entscheidung offen. Helmut Wedemeyer bat: „Gebt uns ein leeres Haus, das wir nutzen und in dem wir probieren können!“ Anton Brade wies auf den Besuch französischer Austauschschüler Anfang März bei der Gemeinschaftsschule hin. Dabei könnte das Tanzen schon einmal probiert werden.

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