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Auszeichnung : Kulturpreis für Klaus Florian Vogt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kreis Dithmarschen würdigt den Brunsbütteler Sänger. Die Preisverleihung im Kreistag ist für Anfang kommenden Jahres geplant.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 05:00 Uhr

Er gehört zu den führenden Wagner-Tenören der Welt und jetzt auch zu den Trägern des Dithmarscher Kulturpreises. Mit einem einstim-migen Votum für den jugendlichen Heldentenor aus Brunsbüttel stimmten der Hauptausschuss und der Schul- und Kulturausschuss des Kreises Dithmarschen für die Auszeichnung von Klaus Florian Vogt.

Mit 43 Jahren ist der gebürtige Heider der zweitjüngste Träger des Dithmarscher Kulturpreises. Nur Jens Rusch, der mit diesem Preis 1990 ausgezeichnet wurde, war seinerzeit drei Jahre jünger. Der studierte Hornist, der bei Proben in anderen Städten im Wohnmobil übernachtet, schaffte den Sprung auf die Opernbühne auf dem Umweg über den Orchestergraben.

Der designierte Kulturpreisträger singt Stolzing, Parsifal und Lohengrin von Bayreuth bis New York, von Paris bis Tokio. Seit seinem Lohengrin-Debüt 2002 in Erfurt gastierte er mit dieser Partie bei den Bayreuther Festspielen, an der MET in New York, in Dresden, in Köln, Hamburg, Berlin, Baden-Baden und Mailand. Bis 2014 ist Klaus Florian Vogt verpflichtet nach München, Tokio und Zürich.

Er studierte zunächst Horn an den Musikhochschulen in Hannover und Hamburg und war nach seiner Diplomprüfung bis 1997 stellvertretender Solo-Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Währenddessen studierte er Gesang an der Musikhochschule Lübeck bei Professor Günter Binge. Sein erstes Engagement war in der Spielzeit 1997/98 zunächst am Landestheater Flensburg. 1998 wechselte der Dithmarscher an die Semperoper, wo er unter anderen mit Dirigenten wie Guiseppe Sinopoli und Sir Colin Davis sein Repertoire in Richtung jugendlich-dramatisches Fach erweiterte. Seit 2003 ist der Tenor als freischaffender Künstler tätig – und ist seitdem ein viel gefragter Tenor: In Hamburg sang er Stolzing, Parsival und Erik, in Dresden den Feuergott Loge im „Rheingold“. In Japan debütierte er als Hoffmann in „Hoffmanns Erzählungen“. Er sang Titus in Paris, Cavaradossi in Dresden und Berlin und Andrej in Mussorgskis „Chowanschtschina“ an der Bayerischen Staatsoper. Für München kam im vorigen Jahr die Partie des Siegmund hinzu. Vogt ist demnächst in Helsinki als Paul in „Die tote Stadt“ und in Dresden als Matteo in „Arabella“ zu erleben.

Besondere Auszeichnungen bestätigen immer wieder sein außergewöhnliches Können, angefangen von einer Nominierung im Jahrbuch der Fachzeitschrift Opernwelt in der Kategorie „Bester Nachwuchskünstler“ als vielversprechender Bremer Lohengrin bis hin zum Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein, der ihm 2008 von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen verliehen wurde. Auf den „Echo Klassik“ (Oktober 2012) folgt nun der Kulturpreis des Kreises Dithmarschen 2013. Erst Anfang des Jahres erwies ihm Brunsbüttel eine besondere Ehre: Klaus Florian Vogt durfte sich ins Goldene Buch der Schleusenstadt eintragen. Vogt, so Bürgermeister Stefan Mohrdieck im Januar, sei jemand, „der durch die ganze Welt reist und dabei immer wieder gern zurückkommt, um bei seiner Familie zu sein oder sich sogar in seiner Heimatstadt zu engagieren“. Beispielsweise durch die Unterstützung bei der Beschaffung des neuen Steinway-Flügels für das Elbeforum.

Da knüpft auch der dieses Jahr zum 18. Mal verliehene Dithmarscher Kulturpreis an: Die mit mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung würdigt besondere Leistungen im Bereich der bildenden Kunst, des Kunsthandwerks, der Literatur und Literaturwissenschaft, der Musik, der Denkmal- und Heimatpflege, die mit der kommunalen und kulturellen Einheit des Kreises Dithmarschen inhaltlich in Verbindung stehen.

Da die Verleihung des Dithmarscher Kulturpreises traditionell mit einer Sitzung des Kreistags verbunden ist, wird Klaus Florian Vogt Urkunde und Preisgeld erst 2014 entgegennehmen. Pressesprecher Björn Jörgensen: „Für den Kreis Dithmarschen ist dies ein kleines Jubiläum, ging doch der erste Kulturpreis vor 30 Jahren, 1984, an Karl Grabbe.

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