Kulturmacher hoffen auf Galgenfrist

Projekt 25 Wochen könnte auf Sparflamme weiterlaufen / Finanzierung offen

shz.de von
16. Juli 2015, 13:48 Uhr

Das Kulturprojekt in der Alten Schule unter dem Motto „25 Wochen Tanz und Theater in der Wilstermarsch“ soll möglicherweise „in abgespeckter Version“ zumindest noch bis Ende dieses Jahres weitergeführt werden. Dafür baten Anton Brade und Carmen Galba den Vorstand des Schulverbandes Wilstermarsch um Unterstützung und „grünes Licht“.

Verbandsvorsteher Walter Schulz wollte und konnte dies nicht auf Anhieb zusagen. In einer Vorstandssitzung des Verbandes wies er darauf hin, dass der Beschluss des Schulverbandes, die alte Schule am Stadtpark zum Kauf anzubieten, nach wie vor Bestand habe. „Wenn jetzt ein Bieter kommt, könnte es ganz schnell gehen mit dem Verkauf“, verdeutlichte der Wilsteraner Bürgermeister den Vertretern des Kulturprojekts.

Anton Brade war sich bewusst, dass das ehemalige Schulgebäude für das jetzt laufende Kulturprojekt eigentlich nur bis Ende August zur Verfügung gestellt worden sei. „Wir brauchen einfach noch mehr Zeit“, sagte er und bat um „eine Galgenfrist“ bis zum Jahresende. Er sei von vielen Seiten immer wieder gebeten worden, weiterzumachen mit dem Kulturprojekt. Mit einem Minimalprogramm, zu dem die Schule immer sonnabends geöffnet werden solle, könne man das Projekt zumindest warmhalten. „Die Kaufoption besteht weiterhin“, machte Verbandsvorsteher Walter Schulz klar. Der Beschluss, den Gebäudekomplex verkaufen zu wollen, werde greifen, sobald die beiden Kita-Gruppen im Oktober oder November aus dem Pavillon ausziehen werden.

„Gibt es überhaupt Angebote?“ wollte Carmen Galba von der Stadtwerkstatt wissen. „Ein konkretes Gebot wurde noch nicht abgegeben“, gab Walter Schulz zu. Er berichtete aber von zwei möglichen Interessenten, die schon mal in der Verwaltung nachgefragt hätten.

Carmen Galba wiederum berichtete, dass man ein inhaltliches Programm für die nächsten Monate erarbeitet habe. „Wir sind jetzt dabei, einen Förderverein zu gründen“, ergänzte sie. Er solle helfen, ein Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen. Zu dem Programm sicherte Anton Brade zu, Projekte auch für Jugendliche und Schüler anzubieten und alle Gemeinden in das Festival „Tanzen unter dem Meeresspiegel“ einzubeziehen.

Schulz redete Klartext: „Ich erwarte von Ihnen eine finanzielle Darstellung. Das Programm selbst ist nicht relevant und wird in seiner Qualität nicht in Frage gestellt.“ Der Verkauf der Schulgebäude stehe aber nach wie vor als Fakt im Raum. „Wir brauchen den Verkaufserlös zur Gegenfinanzierung der neuen NaWi-Räume in der Gemeinschaftsschule. Wir können nicht nur mit Krediten arbeiten“, begründete der Verbandsvorsteher die Notwendigkeit, freie Finanzmittel dafür flüssig zu machen.

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