zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 22:10 Uhr

Kulturelle Leistungsschau eröffnet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Veranstaltungsreihe „Kunstgriff“ zeigt breites Spektrum kreativen Schaffens in Dithmarschen

„Es ist eine wunderbare Veranstaltung“, schwärmt Ingrid Jessen aus Heide. Jedes Jahr kommt sie mit ihrem Mann Gerd zur Eröffnung vom Kunstgriff und nutzt die Gelegenheit, sich zahlreiche Ausstellungen im Kreis anzuschauen. Beeindruckt ist auch Christine Metz. Die Künstlerin macht gerade Urlaub in Dithmarschen und ist nur zufällig auf die Veranstaltungsreihe der besonderen Art aufmerksam geworden. „Die Idee ist wunderschön“, erzählt sie. Im kommenden Jahr würde sie hier vielleicht selber ausstellen.

Zum 14. Mal wurde Kunstgriff jetzt eröffnet. Rund 100 Gäste schauten sich im Kreishaus die neuesten Ausstellungsstücke an, die die Künstler im Foyer präsentieren. „Kunstgriff ist eine tolle Leistung der Region“, schwärmt Landrat Jörn Klimant, der von Anfang an hinter der Idee und dem Konzept stand. Es immer wieder gegen Kritiker durchsetzte und in der Region etablierte. Kunstgriff, so der Landrat, sei ein bewährtes Prinzip. Ein demokratisches Prinzip. Und längst ist Kunstgriff eine Veranstaltung, die auch Menschen von außen anziehe. Künstler aus Steinburg, Nordfriesland und sogar dem Hamburger Raum kennen und schätzen das in Norddeutschland einmalige Kulturereignis und wollen daran teilnehmen, um ihre Werke einem breiten Publikum präsentieren zu können. Klimant: „Das macht Dithmarschen besonders interessant.“

„Kunst gehört zur Gesellschaft und ist untrennbar mit ihr verknüpft“, sagte Jutta Johannsen, Vorsitzende der Kulturpolitischen Gesellschaft, in ihrer Laudatio. Seit Jahrhunderten drücken sich Menschen darüber aus. Um die Bedeutung der Kunst zu verdeutlichen, griff Jutta Johannsen bis auf Schiller zurück. Er hat Kunst für das Höchste im Leben gehalten, höher als alle Geschäfte, höher als alle Wissenschaft. Schiller setzte die Kunst auf den Königsthron der Gesellschaft. Und dies fing bei ihm schon bei der Erziehung an. Auch heute noch ein Thema, das immer wieder zur Diskussion steht. Kunst und Schule sind längst keine Selbstverständlichkeit. Nicht selten fällt sie dem finanziellen Rotstift zum Opfer.

17 Tage werden über 200 Berufs- und Freizeitkünstler an 32 Orten mit kultureller Vielfalt die Menschen überzeugen. Dafür öffnen sich auch Cafés, Kinos und Kirchen, um den Menschen Kunst in ihrer unterschiedlichsten Formen zu präsentieren. „Das ist eine kulturelle Bürgerbewegung“, schwärmt Rainer Klose, Mitglied im Schul- und Kulturausschuss des Kreises und Mann der ersten Stunde beim Kunstgriff.

Erstmals dabei ist die Veranstaltung „Energie im Wind“ – ein interaktives Licht- und Farbspiel, das Windkraftanlagen zu Kunstobjekten verwandelt. Ensembles von jeweils drei Türmen werden im variierenden Zusammenspiel von Farbigkeit und Lichtintensität beleuchtet. International wird Kunstgriff bei den Kulturtagen in Friedrichskoog, an denen Künstler aus China, Korea, Frankreich, Dänemark und Frankreich teilnehmen. Zur Eröffnung, am Freitag spielt ein Trio aus Südamerika.

Fester Bestandteil ist die Kunstgriff-Rolle, die den Kunstgriff traditionell beendet. Verantwortlich dafür ist die Heider Regisseurin Martina Fluck, die sich das ganze Jahr über mehrere hundert Kurzfilme anschaut, um die besten 13 Filme am Sonntag, 20 September, ab 11 Uhr im Lichtblick in Heide zu zeigen.

>Programm unter www.kunstgriff.de


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen