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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 09:40 Uhr

VHS Krempe : Kultur und Lehre seit 60 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Volkshochschule Krempe feiert runden Geburtstag. Sie erreicht heute mit fast 1400 Unterrichtsstunden jährlich 2200 Menschen. In der Nachkriegszeit sahen die Bürger die Einrichtung einer VHS aber noch eher skeptisch.

Eine Volkshochschule in Krempe? Davon waren die Bürger Anfang der 50er Jahre noch nicht überzeugt, wie aus Aufzeichnungen Harry Schalkowskis hervorgeht: „Krempe sei kein Pflaster dafür, wer in kultureller Hinsicht etwas auf sich gebe, der führe sowieso nach Hamburg oder nach Itzehoe oder nach Glückstadt“, so die damalige Kritik. Eine Annahme, die sich als falsch herausstellte. Denn der Mann, der diese Zeilen niederschrieb war der erste Leiter der Einrichtung, der viele zunächst skeptisch gegenüber standen – und dennoch zu einem großen Erfolg wurde: Vor 60 Jahren – im Oktober 1953 – wurde die Volkshochschule Krempe gegründet. Der runde Geburtstag wurde nun mit sämtlichen Verantwortlichen und Verbündeten der VHS gefeiert, die sie mit ihrem Engagement zu dem gemacht haben, was sie heute ist: eine „kleine und feine Einrichtung, die Kultur und Lehre an die Menschen bringt“, so beschrieb sie Monika Peters, Verbandsdirektorin des Landesverbandes Schleswig-Holstein, in ihrer Rede. Mittlerweile ist die VHS Krempe mit 550 Vereinsmitgliedern die Volkshochschule mit den meisten Mitgliedern im ganzen Kreis.

Seit 25 Jahren ist Gerrit Heimsoth Leiter der Volkshochschule. Er ließ in seiner Rede die Geschichte noch einmal Revue passieren: Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Kulturarbeit weitgehend in den Händen der Stadt. Die geringen Mittel waren schnell verausgabt, weshalb es nur wenig Veranstaltungen gab. „Die Stadt hatte andere Sorgen, denn die fast 4000 Einwohner waren unterzubringen und zu versorgen. Schleswig-Holstein war ja voll mit Flüchtlingen, deren Not es zu lindern galt.“ Als die Idee zur Gründung der VHS aufkam, war es der ehemalige Rektor der Mittelschule Harry Schalkowski, der diese umsetzte. In zahlreichen Einzelgesprächen konnte er Mitarbeiter gewinnen. Er eröffnete am 19. Oktober 1953 die VHS.

Vorträge, Studienfahrten, Kochkurse – das Angebot der VHS erweiterte sich ständig. „Die VHS besetzt Nieschen, mit Computerkursen beispielsweise.“ Daneben biete sie heute viele Freizeit-, Bildungs- und Kulturangebote. „Die Ballettfahrten sind sehr beliebt“, so Heimsoth, allerdings mussten die Sprachkurse aus dem Programm genommen werden. „Es wird immer schwieriger in allen Belangen, Menschen zu aktivieren – Kursteilnehmer, Kursleiter und Ehrenamtler.“ In den beiden Anfangsjahren seien fast 5000 Zuhörer zu den Vorträgen gekommen. „Wir halten immer noch an dieser Tradition der Vorträge fest, obwohl es mittlerweile immer schwieriger geworden ist, Interessierte und qualitativ anspruchsvolle und auch bezahlbare Referenten zu finden“, so Heimsoth. Die früheren Zahlen seien Zahlen, von denen man heute nur träumen könne. Heute erreicht die VHS mit fast 1400 Unterrichtsstunden jährlich 2200 Menschen. Die Arbeit werde allerdings zunehmend erschwert, beispielsweise durch die ständig weniger werdenden Zuschüsse. Aber die VHS habe von Anfang an immer viel Unterstützung von allen Seiten erfahren, betonte Heimsoth. „Ich bin überzeugt, dass es für die VHS Krempe noch weitere Jubiläen geben wird.“

Dass die Region hinter ihrer Volkshochschule steht, demonstrierte dann Krempes Bürgermeister Volker Haack. Er betonte in seiner Rede die Unverzichtbarkeit der Volkshochschule Krempe. Als „Geschenk“ machte er unter anderem einen „längst anfallenden Schritt Richtung Zukunft“: das Förderprogramm des Amtes Krempermarsch wird der VHS ehrenamtlich einen Internetauftritt in Form einer eigenen Homepage ermöglichen. Dies sei die letzten Jahre über vernachlässigt worden, da sich keiner der „älteren Generationen“ bis jetzt wirklich mit dem Internet anfreunden konnte.

Viele Redner – besondere Mitglieder oder Unterstützer – ergriffen während der Feier das Wort, um auszudrücken wie wichtig die VHS ist. Sie sprachen über frühere Zeiten, die Unverzichtbarkeit lebenslangen Lernens oder auch Energie, Dynamik und ein Zusammengehörigkeitsgefühl, was schon immer notwendig gewesen sei, um die VHS aufrecht zu erhalten.

Besonderer Dank galt dem langjährigen Geschäftsführer Hans-Jochen Ehlers, der seit 33 Jahren im Amt ist. „Zwei schwere Operationen haben ihn nicht abgeschreckt, seine große Leidenschaft, die VHS Krempe im Stich zu lassen“, betonte Heimsoth. Ehlers etablierte unter anderem die Studienreisen, die zum Beispiel nach Griechenland, Malta, Prag-Budapest, Salzburg-Wien oder die Toskana führten. Außerdem engagierte er eine Bühne für die VHS-Laiengruppe „De Kremper Bohlenbögers“, die anlässlich des Jubiläums auch ein kleines Stück vorführten. Damit Ehlers auch an der Feier teilnehmen konnte, wurde er von der Feuerwehr Krempe als Ehrenmitglied der VHS sogar mit seinem Rollstuhl ins obere Stockwerk des Rathauses gebracht.

Neben dem 60. Geburtstag der VHS gab es auch ein Jubiläum zu feiern. Seit 25 Jahren ist Gerrit Heimsoth Leiter der VHS. Mitglied in der VHS ist er bereits seit er 1982 nach Krempe zog. 1988 wurde ein neuer Leiter gesucht. „Man musste dich damals sehr überreden, denn die Volkshochschule drohte, nach vielen Wechseln der Leitung, zu sterben. So suchte man nach einem geeigneten neuen Leiter“, erinnerte seine Stellvertreterin Sigrid Piening. Schließlich stellte er sich doch zur Wahl. „Du hast die VHS Krempe wieder in Schwung gebracht mit den Montagsvorträgen, den Konzerten im Ratskeller und an unserem eigenen am Flügel.“ Als Dankeschön bekam Heimsoth vom Vorstand einen Gutschein für die Firma Gartendesign Karsten Vehrs Kaisborstel überreicht. „Die Arbeit macht noch immer Spaß“, sagte der 68-Jährige. Ans Aufhören denke er zwar noch nicht, aber „man muss sehen, dass man nicht zu lange auf dem Post bleibt.“ Für musikalische Untermalung sorgte die Kremper Gruppe „LHK“.






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erstellt am 24.Okt.2013 | 17:05 Uhr

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