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Norddeutsche Rundschau

22. September 2017 | 17:18 Uhr

Soziokultur : Kultur im Itzehoer Bahnhof

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Geschäftsstelle für Kultur-, Bildungs- und Inklusionsprojekte an der Westküste nimmt ab Juni ihre Arbeit auf

von
erstellt am 04.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Kultur für alle – das ist das Ziel. Ab Juni gibt es dafür ein Zentrum an überraschendem Ort – im sogenannten „Kulturbahnhof Viktoria“. Das Projekt begründe eine neue Organisationsform von Kultur an der Westküste, sagt Ingrid Ebinal. Gemeinsam mit Thomas Engel betreibt sie das Büro „K9 Koordination für regionale Kultur“ in Itzehoe und Burg. Mit dem Vorhaben im ersten Stock des Bahnhofs erreichen sie eine neue Stufe. Die Finanzierung ist gesichert, unter anderem durch den Bundesfonds Soziokultur. Als einziges Projekt in Schleswig-Holstein wurde der Kulturbahnhof unter 373 Bewerbern bundesweit ausgewählt – wegen seines Modellcharakters. Es fehlten nur noch die offiziellen Bescheide für die insgesamt 110  000 Euro für die zweijährige Anlaufphase, sagt Ingrid Ebinal. „Das ist aber ein formaler Akt.“

Kultur für alle, das meint der Begriff Soziokultur. In der Region gebe es dabei ein großes Vakuum, so die Initiatoren, die inzwischen auch den Verein K9 ins Leben gerufen haben. Dessen Mitgliederzahl sei überschaubar, die Gruppe der Unterstützer aber groß. In den vergangenen Jahren sei in Steinburg und Dithmarschen ein großes Netzwerk aufgebaut worden, sagt Ingrid Ebinal. Die verstärkte Mitarbeit im Projekt „Industriekultur am Wasser“ war ein Vorhaben, „Stadtklang“ ist ein anderes. Das Ziel sei immer, möglichst viele Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammenzuführen – „so sind eigentlich alle Projekte angelegt“.

Für solche Allianzen aus Kultur, Bildung und Inklusion soll der „Kulturbahnhof Viktoria“ die Geschäftsstelle sein. Husum habe den Speicher, Kiel die Pumpe, sagt Ingrid Ebinal. „Im Südwesten gibt es bisher kein soziokulturelles Zentrum.“

Klar sei aber auch: „Wir können dort keine Veranstaltungen im eigentlichen Sinne machen“, denn der Platz reicht nicht. Dafür gibt es Kooperationspartner wie den Verein Planet-Alsen, das Kreismuseum Prinzeßhof oder auch das Kultur- und Bürgerhaus Marne. Die 120 Quadratmeter der sechs Räume im ersten Stock des Bahnhofs sollen genutzt werden als Büro, für Workshops und medienpädagogische Arbeit.

Hinzu kommen weitere Bausteine. „Wir sind die erste Kulturloge Schleswig-Holsteins“, sagt Ingrid Ebinal. Diese sei eine Art Tafel für den Kulturbereich, die Tickets besorge und an Bedürftige verteile. Das geschehe diskret und unter Wahrung der Anonymität. Ein weiteres Projekt ist die Kunstschiene: Entlang der Marschbahn soll an den Bahnhöfen die Kultur der Region dargestellt werden. Für Itzehoe ist an Wenzel Hablik gedacht. Das verstärke die Identifikation und sei gleichzeitig gute Touristenwerbung. Zudem soll in einer Plakatwerkstatt eine Gruppe ins Leben gerufen werden, die sich mit verschiedenen Themen auseinander setzt.

Noch ist einige Vorarbeit zu leisten. Die Räume müssen hergerichtet werden, denn dafür sind die Fördergelder nicht gedacht. Unterstützung dafür will K9 ebenso suchen wie Ehrenamtliche, vor allem für die Kulturloge: „Das kann schnell ein Mammutthema werden.“ Noch in diesem Monat sollen alle Vorarbeiten über die Bühne gehen.

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