Comic aus Glückstädter Detlefsengymnasium : Kuh Berta steht für den Wandel

Die fiktiven Protagonisten des mit Glückstädter Schülern entwickelten Regiobranding-Comics: Miriam und Tim mit Kuh Berta.
Die fiktiven Protagonisten des mit Glückstädter Schülern entwickelten Regiobranding-Comics: Miriam und Tim mit Kuh Berta.

Projekt am Detlefsengymnasium Glückstadt: Comic soll jungen Leuten „Kulturlandschaften im Wandel“ nahebringen.

shz.de von
06. Januar 2018, 05:00 Uhr

Eine zwischen Windrädern ratlos herumstehende Kuh. In einer Sprechblase ist festgehalten, was sie gerade denkt: „Wo bin ich? Alles sieht gleich aus und all unsere Nachbarn sind weg...“. Berta, so heißt die Kuh, steht symbolisch für den Wandel des Landschaftsbildes in unserer Region. Und Berta ist die Hauptfigur in einem Comic, der jungen Leuten genau diese Veränderungen vor Augen führen soll. In einer Sprache möglichst fern vom üblichen Amtsdeutsch.

Das Comic-Heft mit dem Titel „Kulturlandschaften im Wandel“ ist ein Ergebnis des seit 2014 laufenden Forschungsprojekts Regiobranding. Im Sommer waren von den Akteuren der Leibniz-Universität Hannover dazu auch Schüler des Glückstädter Detlefsengymnasiums einbezogen worden. „Was ist das Typische der Elbmarschen? Wie sieht die Region im Jahr 2030 aus? Was kann man dafür tun, dass sich diese Kulturlandschaft nicht beliebig entwickelt?“ Mit diesen Fragen waren 27 Schülerinnen und Schüler in Glückstadt von Studierenden konfrontiert worden. Die Auswertung dazu wurde bereits im September präsentiert (wir berichteten). Jetzt liegen die Ergebnisse auch in einem Comic vor, der junge Menschen ansprechen und für die Probleme sensibilisieren soll. Beim jüngsten Regiobranding-Workshop im Itzehoer Kreishaus lagen die druckfrischen Exemplare zur Ansicht aus.

Mitinitiator Falco Knaps vom Institut für Umweltplanung der Uni Hannover stellte bei einer kurzen Präsentation fest: „Die Schüler haben das wirtschaftliche Potenzial und auch das Landschaftsbild in ihrer Umgebung durchaus im Fokus. Regionale Besonderheiten wie die tiefste Landstelle oder das traditionell mit Grüppen durchzogene Grünland sind hingegen gar kein Thema.“

Mit dem Comic bekommen jetzt erstmals auch junge Leute, die mit ihren Sichtweisen über ihre Kulturlandschaft bisher kaum gehört worden waren, eine Stimme. Fiktive Protagonisten auf den 16 mit leichter Feder gezeichneten Seiten sind die Schüler Tim und Miriam – und natürlich Kuh Berta. Sie finden ihre Heimat eigentlich recht cool, treffen gern Freunde. Zehn Jahre später kommt Tim als Sportlehrer zurück nach Glückstadt und trifft Bauerntochter Miriam, die sich ernsthafte Sorgen um ihre Zukunft macht. Das Problem: Immer mehr Höfe müssen Supermärkten, Neubauprojekten und Windrädern weichen. Beide beschließen, sich stärker für ihre Region zu engagieren.

„Das war ein Glücksfall“, berichtet Falco Knaps wie sich unter den Studierenden bei dem Schulprojekt mit Christin Busch (Zeichnung) und Nina Wintjes (Koloration) auch zwei fanden, die die bei der Befragung am Detlefsengymnasium gewonnenen Erkenntnisse in einer Bildersprache übersetzen konnten. Knaps: „Unser Ziel war es, Jugendliche in ihrer Sprache zu erreichen, um sie für die Besonderheiten in ihrer Umgebung zu sensibilisieren.“ Das letzte Bild zeigt Tim und Miriam, wie sie sich im Glückstäder Rathaus über einen Plan beugen – verbunden mit der Ermunterung, die Zukunft der eigenen Region aktiv mitzugestalten.

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